Brexit Titel
Melinda Nagy - Fotolia

Brexit: bis Ende 2020 vorbereitet sein!

Die Übergangsfrist bewahrt bis Ende 2020 die bisherigen Regelungen. Die kommenden Monate sollten Unternehmer nutzen, um sich gründlich vorzubereiten.

Großbritannien - wie geht es nach dem Brexit weiter?

Seit 1. Februar ist das Vereinigte Königreich kein EU-MItglied mehr.

Während einer vorerst einjährigen Übergangsfrist bleiben nun die bisherigen Handelsregelungen bestehen. Doch für ein umfassendes Freihandelsabkommen ist die Zeit denkbar knapp. Unternehmer sollten sich daher gut auf den 01.01.2021  vorbereiten.

Auf dieser Seite finden Betriebe mit Geschäftsbeziehungen nach UK zahlreiche Tipps und Links für die kommenden Monate.



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Brexit - Diese Änderungen können auf Unternehmer zukommen


Warenlieferungen:

  • Die Zollvorschriften der EU und des Vereinigten Königreichs müssen beachtet werden (Zollanmeldungen, Genehmigungen, Zölle).
  • Nichttarifäre Handelshemmnisse, wie bisherige Zertifizierungen verlieren ihre Gültigkeit.
  • britische Ursprungswaren sind keine EU-Waren mehr.
  • Lieferantenerklärungen verlieren ihre Gültigkeit, sofern kein Handelsabkommen geschlossen wird.

 

Mitarbeiterentsendung:

  • Für Reisen nach UK werden wieder Visum und Pass gebraucht.
  • EU-Bürger werden eine Arbeitserlaubnis benötigen, um in Großbritannien arbeiten zu dürfen.
  • Die Anmeldung von entsendeten Mitarbeitern wird hohe Kosten verursachen und mehrere Wochen dauern.

 So erfüllen Sie Ihre Aufträge in Drittländern rechtssicher und erfolgreich:

 Warenlieferung

 Mitarbeiterentsendung



 

"Limited" nicht mehr anerkannt:

Im Falle eines "No Deal" würde die Rechtsform der Limited in der EU nicht mehr anerkannt.  

Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) wird eine Limited mit Verwaltungssitz in Deutschland nach dem Brexit

  • wie eine offene Handelsgesellschaft (oHG) behandelt, falls sie ein Handelsgewerbe betreibt.
  • anderenfalls wie eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
  • Die Einmann-Limited wird zum Einzelkaufmann oder zum nicht im Handelsregister eingetragenen Einzelunternehmen.

 

Hinweis

Da ein solcher Wechsel zu einer Personengesellschaft haftungsrechtliche Folgen hat, empfehlen wir den frühzeitigen Wechsel zu einer GmbH oder UG.

Brexit - Unsere Tipps

 
Incoterms in bestehenden Verträgen:

Prüfen Sie unbedingt bestehende Kauf- und Lieferverträge auf die vereinbarten Incoterms, damit Sie nicht unerwartet die Logistik- und Zollkosten tragen müssen.

 

 EXW - Ex Works

Der Verkäufer bietet die Ware versandfertig an seinem Standort an. Mit dieser Regelung muss der Käufer für Logistik- und Zollkosten aufkommen.

 DAP - Delivered at Place

Der Verkäufer trägt die Zollkosten. Damit wären Sie als Lieferant für Kosten und Logistik verantwortlich.

"Brexit-Klausel":

Handwerksunternehmen, die in Großbritannien aktiv sind, sollten selbst für alle Eventualitäten vorsorgen. Deshalb raten wir allen betroffenen Unternehmen: Nehmen Sie eine Brexit-Klausel in Ihre Verträge auf. Damit steht es den Parteien frei, bei spürbaren finanziellen Auswirkungen des Brexit den Vertrag zu kündigen oder Preisanpassungen vorzunehmen. Sofern der Vertragspartner nicht zustimmt, sollten Sie kürzere Laufzeiten in der Übergangsphase vereinbaren, um zeitnah neuere Verträge an die wirtschaftlichen Auswirkungen anpassen zu können.

 

 

Auftragsabwicklung - Zeitpunkt

Prüfen Sie, ob eine Auftragsabwicklung noch im Übergangszeitraum (bis 31.12.2020 bzw. bis 31.12.2022) abgewickelt werden kann oder ob bei längerfristigen Verträgen Zusatzklauseln im Vertrag nötig und möglich sind. Es sollte jedoch berücksichtigt werden, dass auch bei schneller Auftragsabwicklung nach Ablauf der Übergangsfrist noch Wartungen oder Reklamationen anfallen können.

 

 

Schulungen

Klären Sie mir ihren Mitarbeitern, ob ggf. bereits Erfahrungen mit der Auftragsabwicklung in Drittstaaten bestehen und planen Sie frühzeitig entsprechende Schulungen.



Aline Theurer
Leiterin Europapolitik

Tel. 0711 1657-252
Fax 0711 1657-827
at--at--handwerk-international.de

 
 







Brexit - Das sagen Handwerksbetriebe, die in Großbritannien aktiv sind

Schurig Altmann_kleiner
Werner Kuhnle Fotojournalist www.kuhnle-foto.de

„Wenn ich heute einen Auftrag für das kommende Jahr erhalte, würde ich den Vertrag nur unterzeichnen, wenn mich eine Sonderklausel vor möglichen höheren Kosten nach dem Brexit absichert.“

 Klaus Schurig

Geschäftsführer
 Altmann Laden- und Innenausbau GmbH

Timo Haug epasit GmbH_kleiner
Timo Haug

„Wenn ich Listenpreise für meine Produkte einführe, kann ich sie nicht kurz darauf erhöhen, weil der Brexit möglicherweise höhere Kosten verursacht. Damit wäre ich nicht mehr konkurrenzfähig. Ein Engagement im britischen Markt kommt für mich daher erst in Frage, wenn die Rahmenbedingungen klar  sind.“

 Timo Haug

Mitglied der Geschäftsleitung
 epasit GmbH


Frank Herrmann Spittelmeister_kleiner
Spittelmeister GmbH & Co. KG

„Aufträge im Ausland müssen grundsätzlich lukrativer sein als im heimischen Markt. Sonst lohnt sich der Mehraufwand nicht. Wenn ich für mögliche Zusatzkosten nach dem Brexit vielleicht ein oder zwei Prozent meiner Marge aufwenden muss, bleibt der Auftrag immer noch attraktiv und kalkulierbar.“

Frank Herrmann

Geschäftsführer
 Spittelmeister GmbH & Co. KG



Theurer_2020_Portraitzuschnitt STEFFENMUELLERFOTOGRAFIE

Aline Theurer

Leiterin Europapolitik

Heilbronner Straße 43
70191 Stuttgart
Tel. 0711 1657-252
Fax 0711 1657-827
at--at--handwerk-international.de