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Wissenswertes

News vom 20.11.17

Das Handwerk reist in die Schweiz

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat bei der Handwerksdelegationsreise in die Schweiz Kontakte geknüpft und einen Abbau von Handelshemmnissen gefordert. Gemeinsam mit Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold führte sie die 42-köpfige Delegation auf der zweitägigen Reise in die Kantone Thurgau und Zürich an. Neben 15 Handwerkern begleiteten sie der Landtagsabgeordnete Martin Grath MdL (Grüne) sowie hochrangige Vertreter der Handwerkskammern, der Fachverbände und des Ministeriums für Wirtschaft Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg. Die Reise wurde von Handwerk International Baden-Württemberg organisiert.

„Wir haben ganz enge Wirtschaftsbeziehungen, die wir pflegen und die sich sehr positiv entwickeln. Nichtsdestotrotz haben wir auch Handelshemmnisse zur Diskussion gestellt. Ich habe viele politische Gespräche geführt. Auch hier wollen wir im Sinne unseres Handwerks, unserer Wirtschaft der vielen kleinen und mittleren Betriebe, Entlastungen erreichen. Wir sind auf einem guten Weg“, bilanzierte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut nach der Reise.

Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold spricht beim Ittinger Dialog

Die baden-württembergische Delegation zu Besuch in der EMPA

Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold sagte: „Es ist für das Handwerk unheimlich wichtig, gute nachbarschaftliche Beziehung zu den grenznahen Kantonen zu haben. Insbesondere für das regionale Handwerk ist der Umgang mit den Schweizer Behörden von Bedeutung. Ein großes Problem ist das Anmeldeverfahren und die schwierigen Bedingungen, bevor wir in der Schweiz arbeiten dürfen.“

Am ersten Tag der Reise besuchte die Delegation den Building Technology Park und das modulare Forschungs- und Innovationsgebäude der Eidgenössischen Forschungs- und Materialprüfungsanstalt (EMPA) in Zürich. Im Rahmen des so genannten „Ittinger Dialogs“ am zweiten Reisetag diskutierte die baden-württembergische Delegation mit den Schweizer Partnern über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Dabei kritisierten die Vertreter des Handwerks die bestehenden Handelshemmnisse. Reichhold sagte: „Es sind spannende Gespräche mit guten Kontakten zustande gekommen. Solche Gespräche helfen uns, in der täglichen Abwicklung so vorzugehen, dass es für beide Seiten gewinnbringend ist und die Betriebe erfolgreich Ihrem Geschäft nachgehen können.“

Hier finden Sie das Video zu Reise

Fotos: Sascha Baumann / all4foto.de

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News vom 24.10.17

Schweiz: Wichtige Änderungen 2018

Bei der Mehrwertsteuer gibt es 2018 zwei wichtige Änderungen in der Schweiz:

1) Alle Unternehmen, die in der Schweiz tätig sind und weltweit (Sitzland und Ausland addiert) mehr als 100.000 CHF umsetzen, müssen sich ab 2018 mehrwertsteuerlich in der Schweiz registrieren.

Hintergrund:
Bisher hat sich die steuerliche Bemessungsgrundlage für ausländische Unternehmen nur auf Umsätze bezogen, die in der Schweiz getätigt wurden. Ab dem 1. Januar 2018 wird die steuerliche Bemessungsgrundlage auf den Weltumsatz erweitert. Dies hat zur Folge, dass sich auch zahlreiche deutsche Betriebe – selbst bei reiner Montageleistung -  verpflichtet werden, sich mehrwertsteuerlich zu registrieren.
Weitere Informationen der Eidgenössischen Steuerverwaltung

Zur praktischen Umsetzung (Fiskalvertretung oder Registrierung über ein Online-Portal) erwarten wir in Kürze weitere Informationen der Eidgenössischen Steuerverwaltung.  

2) Außerdem werden die Mehrwertsteuersätze in der Schweiz ab 1. Januar 2018 gesenkt. Damit ergibt sich im nächsten Jahr ein neuer Normalsatz von 7,7 Prozent.
Weitere Informationen der Eidgenössischen Steuerverwaltung

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News vom 10.10.17

Handwerker besuchen Aufzugs-Testturm

Bereits eine Woche vor der offiziellen Eröffnung haben rund 100 Handwerker aus Baden-Württemberg den Aufzugstestturm von ThyssenKrupp in Rottweil besucht. Handwerk International Baden-Württemberg, die Steinbeis 2i GmbH und die Handwerkskammer Konstanz hatten am 29. September 2017 zur Veranstaltung "Neue Horizonte" eingeladen.

„Der Turm bietet eine beeindruckende Kulisse und Symbolik für die baden-württembergischen Handwerker, die ebenfalls hoch hinaus wollen“, sagte die Organisatorin Aline Theurer von Handwerk International Baden-Württemberg. Im Konferenzraum auf rund 220 Metern Höhe begrüßte der Präsident der Handwerkskammer Konstanz, Gotthard Reiner, die rund 100 Teilnehmer.

Außenwirtschaftsberaterin Aline Theurer spricht vor rund 100 Teilnehmern in 220 Metern Höhe. 

Der Präsident der Freiburger Handwerkskammer, Gotthard Reiner, begrüßt die Handwerker.

Anschließend drehte sich alles um den Blick bis zu den Schweizer Alpen, den der Turm an guten Tagen ermöglicht. Denn die Experten von Handwerk International, der Handwerkskammer Konstanz und der Steinbeis 2i GmbH sprachen über Internationalisierung und Innovationen im Handwerk am Beispiel des Schweizer Marktes. Außerdem berichtete Wolfgang Rosskopf, Geschäftsführer von Kiess Innenausbau, über seine langjährigen Erfahrungen im Auslandsgeschäft.

Den Abschluss bildete der Besuch der Aussichtsplattform auf rund 230 Metern Höhe sowie die Besichtigung des Aufzugssystems MULTI, das Besuchern normalerweise nicht zugänglich ist. Die Veranstaltung ist Teil der Initiative "Handwerk - international innovativ". Sie wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg unterstützt.

Fotos: Handwerk International Baden-Württemberg

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News vom 28.08.17

Entsendungen nach Frankreich

Unternehmen, die vorübergehend Mitarbeiter nach Frankreich entsenden, drohen womöglich schon bald Meldegebühren in Höhe von 40 Euro je Mitarbeiter und Auftrag.

Auf der französischsprachigen Informationsseite findet sich dazu seit Kurzem folgender Hinweis: "Bitte beachten Sie: Der im Ausland ansässige Arbeitgeber muss einen Betrag von € 40 pro Mitarbeiter zahlen. Die Bezahlung erfolgt online." Die Gebühr wird erhoben, sobald ein entsprechender Ministerialerlass veröffentlicht wurde. Dies soll bis spätestens 1. Januar 2018 geschehen. Kein anderes vergleichbares Land in Europa erhebt eine ähnliche Gebühr.


Frankreich gilt als einer der beliebtesten Auslandsmärkte für deutsche Handwerksunternehmen. Jeder zweite exportierende Handwerker ist in Frankreich aktiv. Gem. Art. 106 des LOI n° 2016-1088 du 8 août 2016 relative au travail, à la modernisation du dialogue social et à la sécurisation des parcours professionnels sollen ausländische Arbeitgeber an den Kosten des elektronischen Meldeverfahrens für entsandte Mitarbeiter beteiligen.

Seminar zur Auftragsabwicklung in Frankreich

Am 12. Oktober 2017 veranstalten wir in Stuttgart den "Tag der Außenwirtschaft: Frankreich". Dabei haben Sie beim RoundTable Gelegenheit, sich mit anderen Unternehmern zu diesem Thema auszutauschen. Im zweiten Teil der Veranstaltung informieren ein Rechtsanwalt, ein Steuerberater und weitere Frankreich-Experten über die Abwicklung von Dienstleistungen in Frankreich.

Sammelbeschwerde gegen Frankreich

Seit dem 22. März 2017 müssen deutsche Handwerker aus der Baubranche, neben der Entsendemeldung, schon pro Auftrag und Mitarbeiter die Baustellenkarte „Carte d’identification professionelle BTP“ beantragen. Handwerk International Baden-Württemberg sieht darin eine Wettbewerbsverzerrung gegenüber deutschen Unternehmen und wird deshalb eine Sammelbeschwerde über Frankreich bei der EU-Kommission einreichen. Alle Informationen zur Sammelbeschwerde gegen die Baustellenkarte „Carte d’identification professionelle BTP“ finden Sie HIER.

Ansprechpartnerin:

Frau Carmen Coupé
cc@handwerk-international.de
Tel: +49(0)711/1657-227
Fax: +49(0)711/1657-827

Fotos: jd-photodesign - Fotolia

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News vom 25.07.17

Brexit: Was können wir erwarten?

Das Vereinigte Königreich hat im März, nach mehr als 40 Jahren Mitgliedschaft, seinen Asutritt aus der Europäischen Union (EU) erklärt. Damit startete ein auf zwei Jahre angesetztes Brexit-Verfahren. Der ehemalige EU-Kommissar Michel Barnier hat das Mandat, die Bedingungen des Austritts mit der EU zu verhandeln.

Der Austrittsprozess - Phase 1:
Zuerst sollen Themen der Rechtssicherheit geregelt werden: Arbeits-, Aufenthalts- und Sozialrecht für 3,2 Millionen EU-Bürger und Unternehmen im Vereinigten Königreich. Außerdem werden die finanziellen Verpflichtungen besprochen, die durch eine EU-Mitgliedschaft mit den Partner eingegangen wurden. Inoffiziell ist die Rede von mehr als 60 Milliarden Euro.

Der Austrittsprozess – Phase 2:
Erst im zweiten Schritt wird die EU über die zukünftigen Beziehungen zu den Briten verhandeln. Das Vereinigte Königreich möchte den maximalen Zugang zum Binnenmarkt erhalten, aber gleichzeitig die Personenfreizügigkeit einschränken. Ein solches „Cherry-Picking“ seitens Großbritanniens will die EU verhindern. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings, dass harte Verhandlungen bevorstehen.
Das Ziel ist, einen Vertrag über einen geordneten Ausstieg und über die Eckpunkte künftiger Beziehungen zwischen der EU und den Briten bis Ende März 2019 auszuhandeln.

Mögliche Szenarien: Was können wir erwarten?


1. Teilnahme am Europäischen Wirtschaftsraum (bisher abgelehnt)

Der Europäische Wirtschaftsraum (EWR) ist eine vertiefte Freihandelszone zwischen der Europäischen Union und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und umfasst mit Island, Liechtenstein und Norwegen insgesamt 31 Staaten. Das bedeutet:

  • Harmonisierung und gegenseitige Anerkennung von Normen und Standards. Gerade im Handwerk ist dies ein sehr wichtiger Punkt für die Wettbewerbsfähigkeit
  • Kofinanzierung der Institutionen
  • Zollfreiheit für Ursprungswaren


2. Zollunion (bisher abgelehnt)

Eine Zollunion besteht aus einer Freihandelszone (keine Binnenzölle und Handelsbeschränkungen) sowie einer gemeinsame Außenzollgrenze der Mitgliedstaaten gegenüber Drittländern. Das bedeutet:

  • Gemeinsamer Zolltarif gegenüber Drittländern
  • Kein Zoll für Freiverkehrsware
  • Zollabfertigung bzw. Zollanmeldung nötig


3. Freihandelsabkommen (sehr wahrscheinlich)

Ein Freihandelsabkommen regelt den freien Handel zwischen mehreren Staaten, wie zuletzt beim Abkommen CETA, das die EU mit Kanada geschlossen hat. Das bedeutet:

  • Zollfreiheit für Ursprungswaren
  • Verzicht auf weitere Handelshemmnisse
  • Möglichkeit für weitergehende Integration
  • Autonome Außenhandelspolitik gegenüber Drittländern


4. WTO-Status (harter Brexit)

Das Vereinigte Königreich erhält den Status eines  Drittlandes, ähnlich wie die USA oder Russland.

Ansprechpartnerin:


Aline Theurer
Außenwirtschaftsberaterin
Tel.: 0711-1657-252
at@handwerk-international.de


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News vom 04.07.17

Thomas Hoefling übernimmt die Leitung

Thomas Hoefling, Michael Rössler und Christoph Arnold (von links)

Handwerk International Baden-Württemberg hat seine Führung neu aufgestellt. Thomas Hoefling, der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart, wird ab sofort auch den Bereich Handwerk International leiten. Hoefling hatte sich nach dem Abschied des langjährigen Geschäftsführers Jürgen Schäfer zu Baden-Württemberg International zu diesem Schritt entschlossen. „Mit dieser Entscheidung werden wir der besonderen Bedeutung dieser Stelle für das Handwerk in Baden-Württemberg gerecht“, sagte Hoefling.

Michael Rössler wird weiterhin als stellvertretender Leiter von Handwerk International und Teamleiter für die Bereiche Markterschließung und  Beratung zuständig sein. Zusätzlich wird er die Leitung des Enterprise Europe Network (EEN) und die Konsortialführung des Baden-Württembergischen EEN- Konsortiums übernehmen. Gemeinsam mit seinem Team und in enger Zusammenarbeit mit den acht Handwerkskammern im Land wird er weiterhin die Handwerksbetriebe mit Veranstaltungen und Beratungsangeboten bei ihrem Weg ins Ausland unterstützen.

Neu geschaffen wird die Funktion des Leiters Europapolitik. Für diese Position konnte Handwerk International Christoph Arnold gewinnen. Arnold war bisher als Teamleiter bei der Handwerkskammer Region Stuttgart tätig und wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt seine neue Aufgabe antreten. In Abstimmung mit dem Baden-Württembergischen Handwerkstag und den acht Handwerkskammern im Land wird er die Interessen des Handwerks im Land bei allen europäischen und internationalen Themen vertreten.

Foto: STEFFENMÜLLERFOTOGRAFIE

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News vom 13.06.17

Vorsicht bei Import aus Entwicklungsland

Unternehmen, die Waren aus Entwicklungsländern importieren, sollten zukünftig ganz genau hinschauen: Denn die deutsche Zollverwaltung warnt vor falsch ausgestellten Ursprungszeugnissen nach Formblatt A bei Warensendungen unter 6.000 Euro Warenwert.

Falsch ausgestellte Dokumente werden vom deutschen Zoll nicht anerkannt und der Drittlandszoll wird erhoben. Als Herkunftsländer benennt der Zoll vor allem Indien und Pakistan, die mit der nationalen Einführung der Registrierungspflicht REX (Registrierter Ausführer) bereits begonnen haben.

Hintergrund
Die Europäische Union gewährt vielen Entwicklungsländern der APS-Länder-Liste eine zollbegünstigte Einfuhr von Waren in die EU. Seit 2017 wird auch in diesen Ländern nach und nach eine nationale Registrierungspflicht REX (Registrierter Ausführer) eingeführt, vergleichbar mit der EORI-Nummer in der EU. Sie soll aktive Wirtschaftsbeteiligte weltweit eindeutig identifizieren.

Beim Export zwischen Unternehmen aus Ländern mit begünstigten Handelsabkommen ist die Erklärung über den Ursprung der Waren von Bedeutung. Bei einem Gesamtwert unter 6.000 Euro sind Unternehmen mit Sitz in einem gelisteten APS-Land verpflichtet, Erklärungen über Ursprungszeugnisse abzugeben.

Unser Tipp
Für kleine und mittlere Unternehmen wird das Zoll- und Außenwirtschaftsrecht immer komplexer. Verstöße gegen das Zollrecht können sowohl straf- und zivilrechtliche als auch steuerrechtliche Konsequenzen haben. Deshalb veranstalten wir das kostenfreie Seminar „Export für Einsteiger“ am 29. Juni in der Handwerkskammer Region Stuttgart. Die Teilnehmer lernen die Grundkenntnisse im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht kennen.

Ansprechpartnerin

Frau Carmen Coupé
cc@handwerk-international.de
Tel: +49(0)711/1657-227
Fax: +49(0)711/1657-827

Bild: baur / shutterstock.com

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News vom 30.05.17

Baustellenkarte in Frankreich

Handwerk International Baden-Württemberg hat sich bei der EU-Kommission über Frankreich beschwert. Der Grund ist die Baustellenkarte  „Carte d’identification professionelle BTP“. Handwerk International sieht es als einen Fall der Wettbewerbsverzerrung, dass ausländische Unternehmen bei einer grenzüberschreitenden Dienstleistung in Frankreich pro Auftrag die kostenpflichtige Karte immer wieder neu generieren müssen.

Wir bitten nun alle betroffenen Unternehmen, die schon Erfahrung mit dieser französischen Form des Kampfs gegen Lohndumping und Schwarzarbeit gesammelt haben, ihre Erfahrungen mitzuteilen und die Beschwerde zu unterstützen.

Zum Download des Beschwerdeformulars

Problem:
Seit dem 22. März müssen ausländische Unternehmen, die vorübergehend Mitarbeiter nach Frankreich entsenden die  „Carte d’identification professionelle BTP“ beantragen und mit sich führen. Mit dieser Maßnahme soll Lohndumping und Schwarzarbeit verhindert werden. Handwerk International Baden-Württemberg lehnt die „Carte d’identification professionelle BTP“ als Maßnahme gegen  Lohndumping und Schwarzarbeit zwar nicht grundsätzlich ab, aber fordert Anpassungen.

Hemmnis:

  • Die ausländischen Unternehmen sind verpflichtet, die Baustellenkarte pro Mitarbeiter bei jedem Auftrag neu zu generieren.
  • Die Beantragung kostet pro Mitarbeiter 10,80 Euro
  • Bei einem Fehlen der Karte droht dem ausländischen Unternehmen gemäß Article L8291-2 Code de Travail ein Bußgeld in Höhe von 2.000 Euro pro Mitarbeiter, im Wiederholungsfall sogar 4.000 Euro pro Mitarbeiter.

Forderung:

  • Für den Fall, dass für die Baustellenkarte Kosten von 10,80 pro Mitarbeiter entstehen, fordern wir die Gültigkeit der Baustellenkarte von einem Jahr.
  • Die Baustellenkarte sollte das Resultat der Entsendemeldung sein.
  • Für Daten und Lichtbilder der Mitarbeiter sollte es auf dem Meldeportal  SIPSI die Möglichkeit geben, diese einmalig zu speichern und bei neuen Einsätzen und Meldungen zu verwenden.

Es gibt viele andere Länder, wie zum Beispiel in Luxemburg, in denen auch im Rahmen einer Entsendung ein Ausweis generiert wird, womit eine eindeutige Identifikation des ausländischen Unternehmens und seines Mitarbeiters im Fall einer Arbeitsmarktkontrolle möglich ist.

Ansprechpartnerin:

Frau Carmen Coupé
cc@handwerk-international.de
Tel: +49(0)711/1657-227
Fax: +49(0)711/1657-827

Fotos: jd-photodesign - Fotolia

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News vom 16.05.17

Verstärkte Kontrollen in Österreich

Deutsche Handwerksbetriebe werden in Österreich zuletzt verstärkt kontrolliert und mit hohen Geldstrafen belegt. Häufig haben die Unternehmen zwar alle Anmeldungen korrekt erledigt, können bei einer Kontrolle die nötigen Unterlagen jedoch nicht vorzeigenlegen. Dies ist nur in Papierform möglich oder elektronisch im PDF-Format, so dass sie direkt an den Kontrolleur geschickt werden können. Laut Bayern Handwerk International sind ein USB-Stick und die Einsicht auf einem Smartphone nicht ausreichend.

Hintergrund ist das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz, das seit diesem Jahr im Nachbarland gilt. Dabei wurden die Strafen deutlich erhöht und die Kontrollen verschärft. „Die Behörden lassen nicht mit sich verhandeln. Die Unterlagen dürfen nicht nachgereicht werden. Wenn der Betrieb bei einer Kontrolle die Unterlagen nicht vorlegen kann, wird er bestraft", sagt Außenwirtschaftsberaterin Janine Kempf.

Aus aktuellem Anlass:
Am 31. Mai, um 11 Uhr findet ein Webinar zum Thema „Österreich - 10 Tipps für ihren Erfolg im Nachbarland“ statt. Hier gehts zur Anmeldung.

So funktioniert eine Meldung bei Aufträgen in Österreich:
Die Entsendemeldung erfolgt elektronisch über ein Meldeportal. Außerdem ist eine Dienstleistungsanzeige beim Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft verpflichtend. Die Dienstleistungsanzeige betrifft auch Betriebe, die keine Mitarbeiter entsenden oder nur als Subunternehmer in Österreich tätig sind.

Im Falle einer Kontrolle vor Ort müssen Unternehmen diese Unterlagen vorzeigen:

  • Kopie der Entsende(ZKO)-Meldung (inkl. Transaktionsnummer)
  • A1-Bescheinigung von der Krankenkasse bzw. von der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DVKA)
  • Lohnunterlagen (alle Unterlagen, die zur Berechnung des Stundenlohns notwendig sind, insb. Arbeitsvertrag, Lohnzahlungsnachweise, Unterlagen zur Lohneinstufung)
  • Aufzeichnungen der Arbeitszeit
  • Bei reglementierten Gewerben: Kopie der Eintragung im österreichischen Dienstleisterregister.

Handwerksbetriebe, die Aufträge in Österreich durchführen, sollten sich rechtzeitig vor Auftragsbeginn über die gültigen Entsendevorschriften informieren. Handwerk International Baden-Württemberg berät Sie dazu gerne individuell, persönlich und kostenfrei.

Ihre Ansprechpartnerin:

Janine Kempf
Tel.: 0711/1657-213
jk@handwerk-international.de

Bilder: Pixabay.com; DeVIce - fotolia.com

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News vom 02.05.17

Jürgen Schäfer wechselt zu bw-i

Liebe Unternehmerinnen, liebe Unternehmer,
liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
liebe Netzwerkpartner, liebe Freunde,

gefühlt ein „halbes Jahrhundert“ lang durfte ich die Geschicke von Handwerk International Baden-Württemberg mitbeeinflussen.

Viele spannende Momente fielen in diese Zeit: der Europäische Binnenmarkt, die Jahrtausendumstellung, die Euro-Einführung oder Verhandlungen über Freihandelsabkommen. Aber auch unzählige Firmenkontakte, viele Gremiensitzungen und spannende Treffen mit Gleichgesinnten und mit Querköpfen. Immer für den Wirtschaftsbereich Handwerk und für ein Handwerk in einem friedvollen Europa.

Viele Schlachten wurden geschlagen, manche Rückschläge mussten verschnauft werden. Aber meist wurde fair und ehrlich gespielt. Diese Ära endet nun zum 30.04.2017.

Ab dem 1. Mai darf ich meine Erfahrung und Kraft bei Baden-Württemberg International GmbH einbringen, der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes Baden-Württemberg. Darauf freue ich mich sehr. Ebenso freue ich mich auf unsere nächsten Kontakte in einem neuen spannenden Umfeld. Für jedes Treffen, jede Diskussion und Ihre Wertschätzung bedanke ich mich sehr.

Meinem tollen Team danke ich besonders, es wird Sie auch in Zukunft perfekt begleiten.

Geben Sie unserem Europa in Zeiten protektionistischer Strömungen Ihre ganze Aufmerksamkeit und passen Sie auf sich auf.

Ihr
Jürgen Schäfer

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News vom 18.04.17

Brexit: Das bedeutet der Austrittsantrag

Am 29. März leitete Theresa May den Austrittsprozess Großbritanniens aus der EU ein. Außenwirtschaftsexpertin Aline Theurer erläutert im Interview, welche Folgen dies für das Handwerk in Baden-Württemberg hat.

Es war ein historisches Datum: Der 29. März 2017 bedeutet für die Europäische Union und Großbritannien eine Zäsur. Offiziell leitete Premierministerin Theresa May den Austrittsprozess aus der EU gemäß Artikel 50 des Vertrags über die Europäische Union ein. Nach der vertraglich vorgesehenen zweijährigen Verhandlungsperiode ist mit dem Austritt für März 2019 zu rechnen. Noch ist einiges im Unklaren und die Folgen nicht endgültig sichtbar. Dennoch sind einige Tendenzen zu erkennen, deren Folgen auch für das Handwerk spürbar sind.

Video-Interview mit Außenwirtschaftsberaterin Aline Theurer

Aline Theurer, Außenwirtschaftsberaterin bei Handwerk International Baden-Württemberg, erläutert im Video-Interview die unmittelbaren und langfristigen Auswirkungen des Austritts der Briten aus der EU. Außerdem gibt sie Tipps, wie Handwerker trotzdem erfolgreich Aufträge in Großbritannien abwickeln können.

Video: Handwerkskammer Region Stuttgart

Aline Theurer
Außenwirtschaftsberaterin
Tel.: 0711-1657-252
at@handwerk-international.de


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News vom 18.04.17

Norwegen: Änderung bei Steuererklärung

Deutsche Handwerksbetriebe, die in Norwegen Dienstleistungen im Wert von mehr als 50.000 Norwegischen Kronen innerhalb eines Jahres  ausführen, werden dort umsatzsteuerpflichtig. Sie mussten sich bisher über einen in Norwegen zugelassenen kostenpflichtigen Fiskalvertreter im Umsatzsteuerregister eintragen. Dies galt auch für Subunternehmer. Die Steuererklärungen in Norwegen wurden vom Fiskalvertreter durchgeführt.

Seit dem 1. April 2017 ist die Fiskalvertreterpflicht weggefallen. Deutsche Firmen können die steuerliche Registrierung und die Abgabe der Steuererklärung nun selbst durchführen. Zahlungen können jetzt über deutsche Banken erfolgen. Alle relevanten Briefe der Behörden sollen ins Englische übersetzt werden.

Quelle: Handwerkskammer Lübeck und Handwerkskammer Flensburg
Im Original: The Norwegian Tax Administration

Bild: Claudio Divizia - Fotolia

Aline Theurer
Außenwirtschaftsberaterin
Tel.: 0711-1657-252
at@handwerk-international.de

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News vom 18.04.17

Dänemark: Zahlungen werden angerechnet

Per Gesetz gilt in Dänemark das Urlaubskassenverfahren. Arbeitgeber zahlen monatlich einen Teil des Bruttoentgelts in Höhe von derzeit 12,5 % in eine Urlaubskasse ein, aus der der Arbeitnehmer während seines Urlaubs seinen Lohn erhält. Gleiches gilt für das Entgelt an Feiertagen in Höhe von 7,9 %.

Ist ein deutsches entsendendes Unternehmen Mitglied der SOKA-BAU, werden Zahlungen an die SOKA-BAU anerkannt. Eine Anerkennung in Deutschland gezahlter Leistungen ist seit dem 10. März 2017 auch für Unternehmen, die nicht der SOKA-BAU angehören, möglich. Erhält ein Arbeitnehmer, der nach Dänemark entsandt wird, weniger Urlaubs- oder Feiertagsgeld als in Dänemark vorgeschrieben, muss ihm die Differenz ausgezahlt werden. Dies muss deutlich aus seiner Lohnabrechnung hervorgehen.

Ebenso ist nun eine Anerkennung der betrieblichen Altersvorsorge in Höhe von aktuell 8,15 %, die die dänischen Tarifverträge vorsehen, möglich. Erhält ein Arbeitnehmer, der nach Dänemark entsandt wird, weniger betriebliche Altersvorsorge als ein dänischer Arbeitnehmer, muss ihm die Differenz ausgezahlt werden. Dies muss deutlich aus seiner Lohnabrechnung hervorgehen.

Die zuvor bestehende Zahlungspflicht in die dänischen Kassen ist entfallen.

Foto: uhotti - fotolia.com

Aline Theurer
Außenwirtschaftsberaterin
Tel.: 0711-1657-252
at@handwerk-international.de


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News vom 03.04.17

Frankreich: neuer Baustellenausweis

Deutsche Handwerksunternehmen, die auf französischen Baustellen arbeiten, müssen ab sofort für jeden Mitarbeiter einen Baustellenausweis vorweisen. Die sogenannte „Carte d’intenfication Professionelle BTP“wurde am  22. März 2017 als Maßnahme gegen Lohndumping und Schwarzarbeit eingeführt. Sie gilt für alle Gewerke im Bau- und Ausbau in Frankreich.

Hohe Strafen drohen

Während für französische Unternehmen eine stufenweise Einführung geplant ist, müssen ausländische Unternehmen die Baustellenkarte ab sofort bei Kontrollen vorweisen können. Kann der Baustellenausweis nicht vorgelegt werden, droht dem Unternehmen eine hohe Strafe pro Mitarbeiter.

Der Baustellenausweis kostet 10,80 Euro pro Mitarbeiter. Er wird über ein Online-Portal beantragt, auf dem alle Informationen bislang nur in französischer Sprache verfügbar sind.

Die immer schärferen Kontrollen bei grenzüberschreitenden Dienstleistungen in Frankreich fordern von den Unternehmen umfangreiche Kenntnisse über die einzuhaltenden Bestimmungen, gutes Zeitmanagement und eine angepasste Angebotskalkulation. Diesen komplexen Themenbereich greift unter anderem unser Seminar „Dienstleistungen im Ausland“ am 20. Juni auf. Melden Sie sich per E-Mail an, unter cc@handwerk-international.de.

Am 26. April 2017 findet außerdem ein Webinar zur Auftragsabwicklung in Frankreich statt.

Frau Carmen Coupé
cc@handwerk-international.de
Tel: +49(0)711/1657-227
Fax: +49(0)711/1657-827


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News vom 21.03.17

Italien: Entsendung von Mitarbeitern

Bei der Umsetzung der Dienstleistungsrichtlinie der Europäischen Union gab es in den vergangenen Monaten in vielen EU-Staaten Neuregelungen bei:

  • der Meldung von entsendeten Mitarbeitern
  • der Liste mitzuführender Unterlagen
  • der Benennung von Ansprechpartnern

Seit Ende 2016 müssen ausländische Handwerksbetriebe, die Mitarbeiter für einen vorübergehende Tätigkeit nach Italien entsenden, ihre Dienstleistung vor Auftragsbeginn anmelden.

Zusätzlich muss jetzt auch ein Ansprechpartner mit italienischer Adresse (notfalls der italienische Kunde) und ein Vertreter gegenüber den Sozialpartnern benannt werden. Außerdem wurde die Liste der Unterlagen erweitert, die für Kontrollen bereit zu halten sind.
Weitere Informationen der italienischen Behörden und die Anmeldeplattform

Italien ist damit einer der letzten Mitgliedstaaten der EU, der die Richtlinie 2014/67/EU zur Durchsetzung der Richtlinie 96/71/EG über die Entsendung von Arbeitnehmern im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen umsetzt.

Unser Tipp: Am 20. Juni veranstalten wir das Seminar „Dienstleistungen im Ausland“. Dabei vermitteln wir Neulingen im Auslandsgeschäft und allen interessierten Betrieben das Grundlagenwissen zu grenzüberschreitenden Dienstleistungen in der EU. Die Teilnehmer werden über den rechtlichen Hintergrund sowie länderspezifische Unterschiede in der Umsetzung informiert und führen gemeinsam eine Kalkulation für einen Dienstleistungsauftrag im Ausland durch.
Das Seminar ist für Sie kostenfrei.
Weitere Informationen und Anmeldung

Ansprechpartner:

Herr Michael Rössler
mr@handwerk-international.de
Tel: +49(0)711/1657-525
Fax: +49(0)711/1657-827

Frau Carmen Coupé
cc@handwerk-international.de
Tel: +49(0)711/1657-227
Fax: +49(0)711/1657-827

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News vom 07.03.17

Vorsicht beim Handel geschützter Holzarten

Für Handwerker lohnt sich ein Blick auf die Rechnung und  in das Lager. Auch bei Reisen droht Ärger.

Seit Beginn des Jahres 2017 müssen Handwerksbetriebe Änderungen im CITES-Abkommen beachten. Die Änderungen betreffen vor allem Musikinstrumentenbauer, die im CITES-Abkommen gelistete Holzarten verarbeiten oder daraus hergestellte Instrumente verkaufen. So sind z.B. Palisander-Arten betroffen, die für den Gitarrenbau verwendet werden. 

Das steckt hinter CITES
CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) ist der Name für das Washingtoner Artenschutzübereinkommen. Es regelt den internationalen Handel mit gefährdeten, freilebenden Tieren und wild wachsenden Pflanzen.

Das müssen Handwerksbetriebe beim Handel beachten
Wenn die Betriebe geschützte Holzarten über einen Großhändler beziehen, müssen folgende Angaben zusätzlich auf der Rechnung vermerkt sein:

  • das CITES-Exportdokument
  • der wissenschaftliche Artenname des Holzes
  • Nummer und Ausstellung der Einfuhrgenehmigung

Auch die Käufer müssen informiert werden, dass sie beim Weiterverkauf des betroffenen Instruments diese Daten auf der Rechnung an den Kunden ebenfalls aufführen müssen. Es besteht eine lückenlose Nachweisverpflichtung der rechtmäßigen Einfuhr dieser Hölzer über den Handel bis zum Endkunden.

Sowohl der Import als auch die Ausfuhr von Waren aus geschützten Hölzern ist genehmigungspflichtig und muss beim Bundesamt für Naturschutz formell beantragt werden. Der Antrag ist gebührenpflichtig.

Das müssen Handwerksbetriebe bei ihrem Lagerbestand beachten
Handwerksunternehmen sollten ihre Altbestände überprüfen, ob sich darunter Hölzer befinden, die unter die geschützten Holzarten fallen. Sollten sich unter den Altbeständen aktuell geschützte und gelistete Holzarten befinden, für die sie keinen Nachweis haben, müssen sich die Betriebe mit dem zuständigen Regierungspräsidium in Verbindung setzen.

Die Handwerker sind verpflichtet, die Inventurdaten der betroffenen Hölzer und Produkte– auch der Altbestände – „tagaktuell und dauerhaft, geordnet und zeitgerecht“ zu sichern und diese Aufzeichnungen der Landesbehörde auf deren Verlangen zugänglich zu machen.

Grenzüberschreitender Reiseverkehr
Auch beim grenzüberschreitenden Reiseverkehr werden beispielsweise Musikinstrumente von den Zollbehörden streng überprüft. Besitzern von Musikinstrumenten aus Hölzern der CITES-Liste, die den Nachweis (CITES-Exportdokument, der wissenschaftliche Artenname des Holzes sowie Nummer und Ausstellung der Einfuhrgenehmigung) nicht erbringen können, drohen strafrechtliche Folgen.

Fragen zum Thema beantwortet das Bundesamt für Naturschutz und die zuständigen Naturschutzbehörden.

Weitere Informationen:

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News vom 03.03.17

Österreich: Bau- und Montagearbeiten

Seit diesem Jahr gilt in Österreich ein neues Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz. Die bisherigen Vorschriften bleiben weitgehend bestehen. Allerdings wurden die Strafen bei Nichtbeachtung der Entsendevorschriften und Lohnbestimmungen deutlich erhöht.

Neu und positiv für Handwerksbetriebe: Die Entsendemeldung bei Bau-und Montagearbeiten ist jetzt auch noch unmittelbar vor Auftragsbeginn möglich. Bislang musste die Entsendung von Mitarbeitern nach Österreich eine Woche vor Auftragsbeginn angemeldet werden.

Meldepflicht bleibt bestehen

Grundsätzlich bleibt die Meldepflicht vor Auftragsbeginn für grenzüberschreitende Arbeiten in Österreich aber bestehen. Dabei gilt: Die Entsendemeldung erfolgt elektronisch über ein Meldeportal. Außerdem ist eine Dienstleistungsanzeige beim Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft verpflichtend. Die Dienstleistungsanzeige betrifft auch Betriebe, die keine Mitarbeiter entsenden oder nur als Subunternehmer in Österreich tätig sind.

Im Falle einer Kontrolle vor Ort müssen Unternehmen diese Unterlagen vorzeigen:

  • Kopie der Entsende(ZKO)-Meldung (inkl. Transaktionsnummer)
  • A1-Bescheinigung von der Krankenkasse bzw. von der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DVKA)
  • Lohnunterlagen (alle Unterlagen, die zur Berechnung des Stundenlohns notwendig sind, insb. Arbeitsvertrag, Lohnzahlungsnachweise, Unterlagen zur Lohneinstufung)
  • Aufzeichnungen der Arbeitszeit
  • Bei reglementierten Gewerben: Kopie der Eintragung im österreichischen Dienstleisterregister.


Handwerksbetriebe, die Aufträge in Österreich durchführen, sollten sich rechtzeitig vor Auftragsbeginn über die gültigen Entsendevorschriften informieren. Handwerk International Baden-Württemberg berät Sie dazu gerne individuell, persönlich und kostenfrei.

Ihre Ansprechpartnerin:

Janine Kempf
Tel.: 0711/1657-213
jk@handwerk-international.de

Bilder: Pixabay.com; DeVIce - fotolia.com

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News vom 21.02.17

EU-Wirtschaftsforum in Brüssel

Im Rahmen eines jährlichen EU-Wirtschaftsforums möchte die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut künftig gemeinsam mit baden-württembergischen Wirtschaftsvertretern einen engen Austausch mit EU-Kommission und -Parlament führen. Bei der Auftaktveranstaltung am 6. Februar 2017 in Brüssel präsentierte das Enterprise Europe Network Baden-Württemberg seine Arbeit und eine neue Broschüre.

 „Alle arbeiten am selben Ziel: leistungsfähige Unternehmen zu bilden und zu halten. Unser Netzwerk bringt Europa näher an die Unternehmen und die Bürgerinnen und Bürger“, sagte der Sprecher des Enterprise-Europe-Networks Baden-Württemberg, Jürgen Schäfer. „In Zeiten zunehmender protektionistischer Überlegungen müssen die Produkte der baden-württembergischen KMUs erst recht zur Weltspitze in ihrem jeweiligen Segment gehören.“ Das von der EU geförderte Enterprise Europe Network werde von Baden-Württemberg intensiv genutzt.

Die Vertreter des baden-württembergischen Handwerks mit Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut und Staatssekräterin Schütz.

Die Teilnehmer des Wirtschaftsforums bestehen aus den zehn baden-württembergischen Partnern des Enterprise Europe Network sowie Spitzenvertretern der Kammern (IHK und Handwerk), Sparkassenverband Baden-Württemberg und Genossenschaftsverband. Zu den Gästen der Auftaktveranstaltung zählten außerdem der EU-Kommissar Günther Oettinger und der Vizeparlamentspräsident Rainer Wieland.

Das Enterprise Europe Network Baden-Württemberg

Im Rahmen des ersten EU-Wirtschaftsforums stellte das das Netzwerk seine Leistungen und Partnern in einer neuen Broschüre "Gemeinsam wachsen – in neuen Märkten" (Download) vor. Das Enterprise Europe Network Baden-Württemberg  hat in den letzten zwei Jahren mehr als 1.800 baden-württembergische Unternehmen beraten und 184 Veranstaltungen mit knapp 5.000 Teilnehmern organisiert.  

Quelle/Fotos: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

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News vom 21.02.17

Schweiz: Entsendung von Mitarbeitern

Deutsche Unternehmen, die Mitarbeiter in die Schweiz entsenden und dabei den gültigen Mindestlohn geringfügig unterschreiten, sollen nur noch verwarnt und nicht mehr bestraft werden. Das besagt eine Empfehlung des Schweizer Staatssekretariats für Wirtschaft SECO an die kantonalen Behörden für die Handhabung von Bagatellfälle.

Wird der Lohn um weniger als insgesamt 100 Schweizer Franken unterschritten, soll nur eine gebührenpflichtige Verwarnung ausgesprochen werden. Bei Kurzeinsätzen bis zu einem Tag liegt der Richtwert bei 50 Schweizer Franken. Weitere Voraussetzungen sind, dass das Unternehmen die Nachzahlung der Löhne belegen kann, mit den Schweizer Behörden kooperiert und, dass es sich um einen Einzelfall handelt.

Handwerk International Baden-Württemberg möchte überprüfen, in wie weit diese Regelung von den Kantonen eingehalten wird. Hat Ihr Betrieb Erfahrungen mit dieser Regelung gemacht? Bitte melden Sie sich bei uns, wenn diese Bagatellregelung bei Ihnen nicht angewandt wurde, obwohl alle genannten Kriterien, aus Ihrer Sicht, erfüllt sind.

Ansprechpartner:

Herr Michael Rössler
mr@handwerk-international.de
Tel: 0711 1657-525

Die Empfehlung des SECO zu Sanktionen bei Arbeitnehmerentsendungen finden Sie hier.

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News vom 03.02.17

Trump: Die Folgen für USA-Aufträge

Die Trump-Regierung macht mit der Ankündigung eines wirtschaftsfreundlichen Programms und mit Kritik an wichtigen Partnern und der bestehenden Handelsordnung Schlagzeilen. Trumps Berater Peter Navarro warf Deutschland vor, sich durch den niedrigen Eurokurs unfaire Vorteile gegenüber den USA zu verschaffen und verkündete das vorläufige Ende der TTIP-Verhandlungen zwischen den USA und der EU. Michael Rössler, der USA-Experte von Handwerk International Baden-Württemberg, erklärt, was das für baden-württembergische Handwerker mit Aufträgen in Nordamerika bedeutet.

Wie wichtig ist der Markt in den USA für Betriebe aus Baden-Württemberg?

  • 15% der exportierenden Betriebe in Baden-Württemberg sind in den USA tätig.
  • Die USA sind damit der zweitgrößte Absatzmarkt für baden-württembergische Handwerker außerhalb Europas.
  • Der Anteil des indirekten USA-Geschäft ist noch höher: Viele Zulieferteile von Handwerksbetriebe werden in Produkte eingebaut, die dann in die USA geliefert werden. Auch diese Betriebe sind damit vom USA-Geschäft abhängig.

Welche Maßnahmen der Trump-Regierung sind möglich?

  • Der neue Präsident könnte mit dem Argument unfairer Handelspraktiken Strafzölle und Importquoten verhängen.
  • Im Kongress wird eine generelle Importsteuer diskutiert, die Einfuhren verteuern würde. Im Gegenzug würde ein starker Dollar Importe in die USA jedoch verbilligen.

Was ändert sich für Handwerker?

  • Da die USA kein Freihandelsabkommen mit der EU haben, werden schon bisher Zölle verlangt. Auch Warenlieferungen und die Erbringung von Dienstleistungen sind bisher schon schwieriger als in der EU.
  • Viele in den USA erfolgreiche Handwerksbetriebe sind Spezialanbieter. Deren Waren können nicht einfach durch amerikanische Waren ersetzt werden.
  • Die Geschäfte mit den USA werden nicht durch die Zölle, sondern durch die rechtlichen Rahmenbedingungen erschwert, z.B. Vorgaben für bestimmte Produktgruppen, Visa- und gewerberechtliche Vorgaben bei der Dienstleistungserbringung.

Sind USA-Geschäfte trotzdem sinnvoll?

Die USA sind ein dynamisches Land mit einer wachsenden Bevölkerung, mit einem erheblichem Nachholbedarf im Baubereich und einem großen Premiumsegment in beinahe allen für Handwerksbetriebe wichtigen Bereichen. Die Markterschließung und Auftragsabwicklung sind jedoch zeit- und kostenintensiv. Gelingt es Trump, sein Infrastrukturprogramm durch den Kongress zu bringen und die Wirtschaft allgemein anzukurbeln, kann dies auch zu neuen Geschäftschancen für baden-württembergische Handwerkbetriebe führen.

Wie können sich Handwerksbetriebe vorbereiten?

  • Die Wareneinfuhr und Verzollung sollten durch den Importeur oder Kunden übernommen und bezahlt werden. Dies sollte schriftlich vereinbart werden.
  • Lassen Sie sich vom Importeur vor dem Angebot die jeweils geltenden Vorgaben benennen. Vereinbaren Sie schriftlich, wer die damit verbundenen (Mehr-)Kosten übernimmt.
  • Behalten Sie die aktuelle Entwicklung im Auge, machen Sie sich mit den Rahmenbedingungen in den USA vertraut. Dabei berät Sie Handwerk International Baden-Württemberg gerne.

Foto: Pixabay

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News vom 13.01.17

1. "Sprechtag: Ausland und Export" in Ulm

Der erste Sprechtag in der Handwerkskammer Ulm (von links): Stefan Rössler, (Handwerkskammer Ulm), Gisela Kaupp (Kaupp Balkone) und Michael Rössler (Handwerk International Baden-Württemberg).

Die Handwerkskammern in Baden-Württemberg bieten ihren Mitgliedsbetrieben ein maßgeschneidertes Beratungsangebot. Dies gilt in Zukunft noch stärker für Fragen der Internationalisierung. Im Rahmen sogenannter "Sprechtage: Ausland und Export" werden die Außenwirtschafts-Experten von Handwerk International Baden-Württemberg in diesem Jahr verstärkt in den Handwerkskammern präsent sein.

Den Auftakt machte die Handwerkskammer Ulm am 10. Januar. Gemeinsam mit Stefan Rössler, Geschäftsbereichsleiter Unternehmensberatung der Handwerkskammer Ulm berieten Carmen Coupé und Michael Rössler, Außenwirtschaftsberater von Handwerk International Baden-Württemberg, die Handwerksbetriebe.

Erste Teilnehmerin vollauf zufrieden

Gisela Kaupp von der Firma Kaupp Balkone aus Blaubeuren nutzte das Angebot als Erste und war anschließend zufrieden: „Frau Coupé ist schon lange meine Ansprechpartnerin in Sachen Außenwirtschaft und hat mir immer kompetent weitergeholfen. Jetzt habe ich Sie persönlich kennenlernen dürfen. Alle Fragen zu meinem aktuellen Außenwirtschafts-Thema wurden mir beantwortet.“

Finden Sie heraus, wann der nächste "Sprechtag: Ausland und Export" in Ihrer Handwerkskammer stattfindet.

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News vom 15.12.16

Junge Handwerker zu Besuch in Straßburg

Sacharow-Preisverleihung das große Highlight

Alle Abgeordneten des Europäischen Parlaments erheben sich und applaudieren: Mit einer ergreifenden Rede verleiht der Präsident des Parlaments, Martin Schulz MdEP, am 13. Dezember 2016 den Sacharow-Preis für geistige Freiheit an die beiden IS-Opfer Nadia Murad und Lamija Adschi Baschar ( zum Video ). Eine Gruppe von Nachwuchshandwerkern aus der Region Stuttgart erlebt diesen besonderen Moment von der Besuchertribüne aus mit.

Neben 22 Auszubildenden des Handwerks aus der Region Stuttgart nahmen auch 20 Studierende des Studiengangs BWL-Handwerk der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) an der Studienreise in das Europäische Parlament nach Straßburg teil. Dort besuchte die Gruppe die Preisverleihung auf Einladung des Vizepräsidenten des Parlaments und Stuttgarter Europa-Abgeordneten Rainer Wieland MdEP. Seit vielen Jahren unterstützt der Politiker die Reise, die vom ehemaligen stellvertretenden Direktor der DHBW, Werner Rössle, und Handwerk International Baden-Württemberg jährlich organisiert wird. "Ich freue mich, dass wir diese Preisverleihung miterleben durften. Es war ein sehr eindrucksvoller und bewegender Moment", sagte Rössle.

Nach dem Besuch des Europäischen Parlaments besichtigte die Gruppe die Schreinerei Kleinhans GmbH in Kehl. Beim Fenster-, Möbel und Küchenbauer führte Christiane Kleinhans, Gattin des Geschäftsführers Markus Kleinhans, die Gruppe durch die Fertigungshallen. Nach einem Brand im vergangenen Jahr wurden die Anlagen des Handwerksbetriebs umfassend modernisiert und die Betriebsabläufe optimiert.

Kleinhans GmbH

Besichtigung Kleinhans GmbH

Fotos: Handwerk International Baden-Württemberg

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News vom 06.12.16

Rückblick: Clusterreise nach London 2016

Trotz des Brexits bleibt Großbritannien und vor allem die Hauptstadt London ein sehr interessanter Markt für baden-Württembergische Handwerksbetriebe. Bei einer Clusterreise vom 30. November bis 2. Dezember hat Handwerk International Baden-Württemberg vor Ort Bauprojekte besichtigt und wertvolle Kontakte vermittelt. Mit dabei waren sechs Unternehmer aus den Bereichen Bau und Innenausbau des Clusters BW-Construction.

Warum ist London interessant für Baubetrieb?

  • Die Bevölkerung im Großraum London ist in den letzten Jahren um eine Million gewachsen – neuer Wohnraum wird benötigt.
  • Alleine im Stadtteil Battersea werden in den nächsten zehn Jahren 20.000 neue Wohnungen entstehen.
  • Führende Architektenbüros, die weltweit tätig sind, haben sich in London angesiedelt.
  • Das Bewusstsein für nachhaltiges Bauen wächst in London.
  • Bei Renovierungen sind wegen des strengen Denkmalschutzes hochwertige Arbeit gefragt

„In London ist ein extremer Druck spürbar. Wohnraum ist äußerst knapp und die Bevölkerung wächst rasant. Daher sind Wohnungen sehr gefragt und teuer. Das ist gut für unsere Handwerker, die hohe Qualität liefern und es zieht Investoren aus aller Welt an, die ihr Geld sicher anlegen wollen."
Aline Theurer, Außenwirtschaftsberaterin bei Handwerk International Baden-Württemberg.

Vor Ort besuchte die Unternehmergruppe das deutsche Architektenbüro ÜberRaum Architects, die sich in London etabliert haben und mehrere Projekte deutscher Kunden umsetzen – darunter die deutsche Botschaft in London.  Außerdem besichtigten Sie das Bauprojekt „Battersea Power Station“. Auf dem 16 Hektar großen Areal im Süden Londons entstehen rund 20.000 Wohnungen und eine U-Bahn-Station.

„Die Clusterreise nach England, mit Handwerk International, war für mich ein Crash-Kurs in Sachen Baurecht und Auftragsvergabe für den handwerklichen Markt in England. In wenigen Tagen so viel über das gesamte Bauen in England zu erfahren, geht nur mit gut vorbereiteten Clusterreisen."
Thomas Hammer, Geschäftsführer der Hammer Stahl-Manufaktur e.K. und Gesellschafter von BW-Construction.

Warum sind Aufträge in London eine Herausforderung?

  • In Großbritannien müssen vor allem im Baubereich komplexe Rahmenbedingungen beachtet werden
  • Es gibt strenge Gesundheits- und Arbeitsschutzvorschriften
  • Die Auftragsvergabe verläuft anders als in Deutschland und ist komplizierter
  • Gute Kontakte vor Ort sind eine wichtige Voraussetzung


Außenwirtschaftsberaterin Aline Theurer berät Sie gerne individuell und kostenfrei zu allen Fragen rund um die Auftragsabwicklung in Großbritannien.

Aline Theurer
Außenwirtschaftsberaterin
Tel.: 0711-1657-252
at@handwerk-international.de


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News vom 22.11.16

7 Tipps für Ihren Erfolg in der Schweiz

Wo können sich Handwerker besser über neue und teils schwierige Märkte informieren, als direkt vor Ort. Deshalb fand der Wirtschaftstag Schweiz am 17. und 18. November 2016 bereits zum dritten Mal in der Kartause Ittingen statt.

Deutsche und Schweizer Wirtschaftsexperten informierten die 30 baden-württembergischen Handwerker zur aktuellen Marktsituation, steuerlichen Rahmenbedingungen oder zur Niederlassungsgründung. Organisiert wurde die zweitätige Veranstaltung von Handwerk International Baden-Württemberg, der Handwerkskammer Konstanz und dem Bauwirtschaft Baden-Württemberg e.V.

Wir haben Ihnen die 7 wichtigsten Tipps für erfolgreiches Arbeiten in der Schweiz und eine Bildergalerie mit den Eindrücken des Wirtschaftstages zusammengestellt.

So sind Sie in der Schweiz erfolgreich

1. Der persönliche Kontakt ist bei der Markterschließung, der Kundenbetreuung und auch bei der rechtssicheren Auftragsabwicklung in der Schweiz der Schlüssel zum Erfolg.

In der Schweiz wird anders kommuniziert als in Deutschland. Die direkte deutsche Art wird in der Schweiz häufig als arrogant und besserwisserisch empfunden. Wer aber höflich auf Kunden und Behörden zugeht und bestehende Fragen bereits im Vorfeld abklärt, kann viele Probleme vermeiden, bevor Sie überhaupt entstehen. Dies bestätigten alle Schweiz-erfahrenen Unternehmen und Experten auf dem Wirtschaftstag.

2. Meldepflichten in der Schweiz und Vorgaben bezüglich Mindestlöhnen und tariflichen Vorschriften sollten genau eingehalten werden und bereits in der Kalkulation vor der Angebotsabgabe berücksichtigt werden.

Bei Schweizeinsätzen wird viel kontrolliert, bei Beanstandungen drohen hohe Strafen. Am Schweizgeschäft interessierte Betriebe sollten sich daher frühzeitig über die einzuhaltenden Rahmenbedingungen informieren und bereits in ihrer Auftragskalkulation berücksichtigen. Handwerk International unterstützt gerne bei der korrekten Auftragsabwicklung.

3. In der Schweiz gibt es ein hohes Qualitätsbewusstsein. Marktchancen gibt es vor allem in Nischenmärkten.

4. Eine Niederlassungsgründung ist ein sinnvoller Schritt, wenn für die Firma ein großes Marktpotential besteht, das nicht mehr in 90 Tagen pro Jahr bedient werden kann. Die Schweizer Behörden kontrollieren jedoch, dass eine wirkliche Niederlassung vorliegt und keine reine Briefkastenfirma. Welche Kriterien hierbei angelegt werden, erfahren Sie bei Handwerk International Baden-Württemberg.

5. Bezüglich Normen und Bauvorschriften bestehen weniger verbindliche Gesetze auf Bundesebene, dafür werden entsprechende Vorgaben häufig durch den Kunden gemacht. Einzelne Kantone und Gemeinden haben zudem unterschiedliche Regelungen. Klären Sie daher bereits vor der Angebotsstellung mit dem Kunden, welche Vorgaben für den konkreten Auftrag bestehen.

6. Hinsichtlich der Meldepflicht gab es in diesem Jahr einen neuen Anhang zur Weisung und einige Änderungen. So sind z.B. bereits auftragsbezogene Vorbesprechungen meldepflichtig. Die Abgrenzung zu nicht-meldepflichtigen Aufenthalten fällt in der Praxis schwer und wird von den einzelnen Kantonen unterschiedlich gehandhabt.

7. Auch für erfahrene Betriebe gibt es zahlreiche Neuerungen: Ab 2018 werden sich voraussichtliche alle in der Schweiz tätigen Betriebe, die insgesamt (auch in Deutschland) mehr als 100.000 EUR umsetzen, auch in der Schweiz mehrwertsteuerrechtlich registrieren müssen.

Der Wirtschaftstag Schweiz 2016 in Bildern


Webinar: Update Schweiz

Am 30. November von 11 bis 12 Uhr informieren die Schweiz-Experten Michael Rössler und Janine Kempf in einem Webinar über die Ergebnisse des Wirtschaftstages.
Zur Anmeldung

Fotos: AMF Theaterbauten GmbH und Handwerk International Baden-Württemberg

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News vom 18.11.16

US-Wahl: die Folgen für das Handwerk

Das Wahlergebnis aus den Vereinigten Staaten sorgte zuletzt für großes Aufsehen: Präsidentschaftskandidat Donald Trump setzte sich gegen Kontrahentin Hillary Clinton durch und wurde von den US-Bürgern zum Nachfolger von Barack Obama gewählt.

Mittlerweile hat Trump die ersten Personalentscheidungen getroffen und angekündigt, dass die USA sich aus dem geplanten Freihandelsabkommen TPP von 12 Pazifikanrainerstaaten zurückziehen wird. Doch welche Auswirkungen hat seine Wahl auf das Handwerk der Region Stuttgart?

Der Außenwirtschaftsberater Michael Rössler von Handwerk International Baden-Württemberg erklärt im Video-Interview die Folgen der Wahl und weshalb der amerikanische Markt für Betriebe aus der Region interessant ist.

Bild: luzitanija - Fotolia.com

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News vom 08.11.16

Schweiz: Vorsicht bei Tätigkeiten im Tessin

Seit vergangenem Monat müssen sich deutsche Handwerksbetriebe im Vorfeld einer Tätigkeit im schweizerischen Kanton Tessin zusätzlich registrieren. Dabei wird neben der obligatorischen Meldung der Dienstleitung auch eine Eintragung in das neue Handwerksregister verlangt. Dafür wird von den schweizerischen Behörden eine Gebühr von 600 CHF erhoben. Grundlage ist das Gesetz über Gewerbebetriebe LIA (Legge sulle imprese artigianali) vom 24. März 2016.

Folgende Bereiche sind von der Eintragungspflicht ins Handwerksregister betroffen:

  • Holzbau
  • Zimmerei
  • Dachdecker
  • Tischlerarbeiten
  • Malerarbeiten
  • Fliesenleger
  • Stuckateur
  • Bodenbeschichtung
  • Glaserarbeiten
  • Metallbau
  • Gärtner
  • Schornsteinfeger
  • Sanitär, Heizung Klima
  • Gerüstbau


Ansprechpartner:


Herr Michael Rössler
mr@handwerk-international.de
Tel: +49(0)711/1657-525
Fax: +49(0)711/1657-827


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News vom 08.11.16

GlobalConnect 2016: Rückblick

450 Gespräche, 300 Teilnehmer, davon 140 ausländische Teilnehmer aus 54 Ländern - gemessen an den Zahlen war die Kooperationsbörse des Enterprise Europe Network auf der GlobalConnect 2016 am 26. und 27. Oktober auf der Landesmesse Stuttgart ein voller Erfolg. Sie bot Unternehmen aus baden-württemberg die Chance, mit Experten und ausländischen Betrieben ins Gespräch zu kommen.

Zur Bildergalerie

Beim Fachkongress "Start ins Auslandsgeschäft", den Handwerk International Baden-Württemberg veranstaltete besuchten rund 230 Zuhörer die Vorträge rund um das Thema Außenwirtschaft.

Besonderer Höhepunkt für das baden-württembergische Handwerk: beim Abendempfang wurde der Treppenbauer MetallArt aus Salach von der Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut mit dem GlobalConnect-Award in der Kategorie "Hidden Champion" ausgezeichnet.

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News vom 27.09.16

Dänemark: Meldung über RUT verschärft

Dänemark: Änderungen in der RUT-Meldung Alle Arbeitgeber, die nach dem 1. Juli 2016 Mitarbeiter in Dänemark beschäftigen, müssen in einen Fond für entsendete Mitarbeiter einzahlen. 2016 beträgt der zu zahlende Satz 11,30 DKK für jeden Vollzeitbeschäftigten, den der Arbeitgeber nach Dänemark entsendet. Der Beitrag wird erstmalig Anfang 2017 erhoben.

  • Angaben zur Sozialversicherung: Im Rahmen der RUT-Meldung müssen Angaben zur Sozialversicherung (A1-Bescheinigung) gemacht werden.
  • Angaben zum Auftraggeber: Künftig muss der erste dänische gewerbliche Auftraggeber genannt werden. Private Auftraggeber müssen nicht genannt werden.
  • Auskünfte an Gewerkschaften: Bei Unstimmigkeiten können Gewerkschaften künftig Einsicht in alle RUT-Daten tarifgebundener Unternehmen erhalten.
  • Auszahlung von Lohndifferenzen: Wurde vom dänischen Arbeits- oder Schiedsgericht festgestellt, dass ein tarifgebundenes Unternehmen seinen Mitarbeitern einen zu niedrigen Lohn ausgezahlt hat, können sich die Mitarbeiter die Differenz auf Antrag vom neuen dänischen Arbeitsmarktfond auszahlen lassen. Dieser treibt die Differenz samt Bußgeld beim ausländischen Arbeitgeber oder dessen dänischem Auftraggeber ein.
  • Öffentliche Liste: Unternehmen, die Anlass zur Fond-Auszahlung geben, werden künftig für 36 Monate öffentlich aufgelistet.

Quelle: Handwerkskammer Schleswig-Holstein

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News vom 12.09.16

Schweiz: "Aufwand rechnet sich"

Frage: Hallo Herr Rössler, warum sollte ein baden-württembergischer Handwerker in der Schweiz arbeiten?

Michael Rössler: „Mit einer Tätigkeit im Ausland erschließt man neue Märkte und schafft sich ein zweites Standbein, falls es auf dem heimischen Markt einmal nicht mehr so gut laufen sollte. Die Schweizer sind außerdem bereit, für gute Qualität auch einen angemessenen Preis zu bezahlen. Gerade im hochwertigen Baubereich ist der Markt deshalb sehr interessant für die deutschen Betriebe. Eine gute Zahlungsmoral und treue Kunden sprechen ebenfalls für die Schweiz.“

Frage: Viele Deutsche machen in der Schweiz Urlaub, auch weil es nah ist und es keine Sprachprobleme gibt. Ist ein Auftrag in der Schweiz also genau so einfach abzuwickeln, wie ein Auftrag im Nachbarort?

Rössler: „Die räumliche Nähe führt leider häufig dazu, den Aufwand eines Auftrags in der Schweiz zu unterschätzen. Denn es gibt bürokratische Hürden: Bauunternehmen müssen ihre Tätigkeit mindestens acht Tage vorher anmelden und dürfen höchstens 90 Tage im Jahr in der Schweiz tätig sein. Außerdem müssen die Spielregeln - wie die Schweizer Mindestlöhne, Arbeitszeiten und Spesensätze - eingehalten werden. Bei einem Fehlverhalten drohen hohe Strafen. Zudem liegt zwischen uns und der Schweiz eine Zollgrenze. Warenlieferungen sind deshalb deutlich aufwendiger als beispielsweise nach Österreich.“

„Die Schweizer sind bereit, für gute Qualität einen angemessenen Preis zu bezahlen“

Frage: Sollten die Betriebe also doch lieber in Deutschland bleiben?

Rössler: „Nein, denn viele Handwerkbetriebe haben schon gezeigt, dass diese Hürden absolut überwindbar sind und dass die Vorteile überwiegen. Die Unternehmer sollten sich nur vorher gut informieren und vorbereiten. Manchmal genügt bereits ein Anruf bei uns und es kann losgehen. Wer die dortigen Spielregeln kennt und in der Angebotsphase bereits einkalkuliert, für den rechnen sich die Aufträge trotz des höheren Aufwands! Für alle Interessierten bieten wir am 17. und 18. November außerdem einen Wirtschaftstag vor Ort an, dort lernen sie alles über Aufträge in der Schweiz von A wie Anmeldung bis Z wie Zoll und können wertvolle neue Kontakte knüpfen.“

Frage: Sie haben die 90-Tage-Obergrenze erwähnt. Was machen Betriebe, die in der Schweiz so erfolgreich sind, dass sie dort wesentlich mehr Aufträge durchführen könnten?

Rössler: „Immer mehr Handwerksbetriebe gründen in der Schweiz eine Niederlassung. Wie das funktioniert und was dabei beachtet werden sollte, erfahren die Unternehmen ebenfalls auf unserem Wirtschaftstag.“

Wirtschaftstag Schweiz
Kartause Ittingen
17. und 18. November 2016
Weitere Informationen

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News vom 12.09.16

Reden Sie ein Wörtchen mit!

EU-Konsultation zum Grundsatz der gegenseitigen Anerkennung:
Die gegenseitige Anerkennung ist ein Grundpfeiler des Warenverkehrs in der Europäischen Union. Gibt es für bestimmte Waren keine Harmonisierungsvorschriften auf europäischer Ebene, gilt: Waren, die in einem Mitgliedstaat rechtmäßig in Verkehr gebracht werden, dürfen auch in anderen Mitgliedstaaten verkauft werden - unabhängig davon, ob sie den dortigen technischen Vorschriften entsprechen.

Nur im Ausnahmefall kann ein Mitgliedstaat ein Produkt vom Marktzugang ausschließen, das in einem anderen Mitgliedstaat rechtmäßig in Verkehr gebracht wurde. Dazu muss er nachweisen, dass das Allgemeininteresse nicht gleichwertig geschützt wird und dazu die eigenen nationalen technischen Vorschriften notwendig und verhältnismäßig sind.

Schwachstellen bei der Anwendung:
Die Verordnung (EG) Nr. 764/2008 regelt den Grundsatz der gegenseitigen Anerkennung. Die Anwendung der Verordnung hat sich in der Praxis wegen folgender Probleme allerdings als schwierig erwiesen:

  • Schwierige Beurteilung, ob die gegenseitige Anerkennung auf ein bestimmtes Produkt anwendbar ist
  • Grundsatz wird als nicht verlässlich genug angesehen
  • Problematischer Nachweis, dass ein Produkt in einem bestimmten Mitgliedstaat rechtmäßig in Verkehr gebracht wurde
  • Fehlende effektive Kommunikation zwischen allen beteiligten Akteuren

Konsultation:
Mit einer aktuellen Online-Befragung möchte die Kommission daher nun die Meinung aller Betroffenen zum Grundsatz der gegenseitigen Anerkennung sowie zu Verbesserungsmöglichkeiten einholen. Interessierte können sich noch bis 30. September 2016 beteiligen.

Direkt zum Fragebogen

Mehr Information (Englisch)

Download Hintergrundinformation

Bild: jd-photodesign / fotolia.com

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News vom 01.08.16

Jeder Fünfte hat erste Erfahrung im Ausland

Die meisten Unternehmer wollen vor einer Tätigkeit im Ausland die Beratung der Handwerksorganisationen nutzen.

„Wenn ich es in Deutschland schaffe, dann kann ich es überall schaffen“, so lautet einer der Grundsätze von Axel von der Herberg. Das Auslandsgeschäft ist für den Stuckateurmeister und Geschäftsführer der AH STUCK GmbH aus der Nähe von Heilbronn ein wichtiger Erfolgsfaktor. Mit seinem Verfahren zur maschinellen Herstellung von Stuck aus natürlichen Rohstoffen ist er weltweit tätig. Dabei befindet er sich in guter Gesellschaft, denn jeder fünfte baden-württembergische Handwerksbetrieb hat in den vergangenen fünf Jahren zumindest erste Erfahrungen im Auslandsgeschäft gemacht. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage unter 1.500 Betrieben im Land hervor.

So waren im Jahr 2015 - auf das sich die Umfrage bezieht - 7,3 Prozent der baden-württembergischen Handwerksbetriebe im Ausland tätig oder haben Waren exportiert. Weitere rund zwölf Prozent der Betriebe im Land waren zumindest in den vergangenen fünf Jahren in irgendeiner Form im Ausland tätig. Somit hatten in der Summe zuletzt knapp 20 Prozent der Handwerksbetriebe Berührungspunkte mit ausländischen Märkten. „Auf meinen Reisen wird mir immer wieder verdeutlicht, dass das deutsche Handwerk im Ausland einen unwahrscheinlich hohen Stellenwert hat“, sagt von der Herberg.

Wichtigste Zielmärkte der baden-württembergischen Handwerksbetriebe
Dies scheint im Besonderen für die Betriebe aus dem „Ländle“ zu gelten. So erwirtschaften die Betriebe aus Baden-Württemberg mit 4,4 Prozent - dies entspricht etwa 3,7 Milliarden Euro - einen wesentlich höheren Umsatzanteil mit dem Ausland als der Bundesdurchschnitt (2014: drei Prozent). Dabei gilt erstens: je größer der Betrieb, desto höher der Auslandsanteil am Umsatz. Zweitens ist der Exportanteil auch stark von der Branche abhängig. So kommen beispielsweise die gewerblichen Zulieferer auf einen Auslandsanteil von 7,9 Prozent. Der Export des baden-württembergischen Handwerks wird also insbesondere von den großen Zulieferbetrieben getragen.

70 Prozent der Exporteure waren inder Schweiz

Nicht nur von der Herberg blickt optimistisch in die Zukunft. Laut Umfrage wollen rund fünf Prozent der Befragten ihr Auslandsgeschäft ausbauen, zwei Prozent wollen neu einsteigen. 14 Prozent der Befragten planen Auslandsgeschäfte im gleichen Umfang wie heute. Darunter befinden sich viele der unregelmäßig im Ausland tätigen Betriebe.

Hürden vor dem Auslandsgeschäft
Die Schweiz ist das mit Abstand wichtigste Zielland für baden-württembergische Handwerksbetriebe, danach folgen Frankreich, Österreich und andere EU-Staaten. Allerdings können für Betriebe wie AH STUCK, die einen Nischenmarkt besetzen, auch fernere Märkte wie Russland, die USA oder Asien interessant sein. So spielt für Axel von der Herberg neben dem europäischen Ausland seit einiger Zeit auch der nahe und mittlere Osten eine besondere Rolle: „muslimische Gesellschaften besitzen ein jahrtausendealtes Verständnis in der plastischen Ausgestaltung von Gips und sind deshalb sehr interessant für uns.“ Durch eine Unternehmerreise nach Saudi-Arabien mit politischer Begleitung konnte er wertvolle Kontakte in der Region knüpfen.

Dennoch scheuen viele Betriebe bislang den Gang ins Ausland. In der Umfrage verweisen sie als Gründe, neben einem unpassenden Leistungsangebot, vor allem auf fehlende Kapazitäten. Hier spielt wohl in erster Linie die derzeit gute Binnenkonjunktur eine große Rolle. „Wegen der sehr guten Auftragslage ist es im Moment umso schwieriger, strategisch zu denken. Dabei wäre es gerade jetzt wichtig, über Kammern und Verbände die Kontakte ins Ausland zu knüpfen“, sagt er. Denn mit einem  zweiten, ausbaufähigen Standbein im Ausland ließen sich zukünftige, regionale Konjunkturschwankungen einfacher ausgleichen.
 
Handwerksorganisationen sind erste Ansprechpartner

Erst mit einigem Abstand nennen die Betriebe Hürden, die direkt mit dem Export verbunden sind: die Angst vor bürokratischen Hürden, ein großes wirtschaftliches Risiko, das der Betriebsinhaber nicht tragen will, oder einfach unzureichende Kenntnisse ausländischer Märkte. „Natürlich birgt der Gang ins Ausland ein Wagnis“, sagt von der Herberg. „Doch nach einer strukturierten Analyse halte ich das Wagnis gerade innerhalb der EU für kalkulierbar.“ Unternehmer, die bereits im Ausland tätig sind, fühlen sich, laut der Umfrage, vor allem durch bürokratische Hürden im Ausland, durch Zölle und Einfuhrbeschränkungen behindert. Immerhin jeder vierte Betrieb nennt unzureichende Marktkenntnisse als Hemmnis.Wichtigste Informationsquellen für das Handwerk in Baden-Württemberg
Aus diesem Grund empfiehlt er den Betrieben, eine externe Beratung zu nutzen: „Sobald ich weiß, welche Bedingungen und welche rechtliche Situation ich im Zielland vorfinde, sollte ich mich individuell beraten lassen.“ Laut der Umfrage sind dabei die Handwerksorganisationen der wichtigste Ansprechpartner für die Betriebsinhaber vor den Steuer- und Rechtsberatern. Rund 60 Prozent der Betriebe haben sich für ein Beratungsgespräch an die Kammern gewendet oder wollen sich dorthin wenden. Knapp die Hälfte der Betriebe will sich durch Informationsveranstaltungen der Handwerksorganisationen informieren. In Baden-Württemberg steht dafür insbesondere Handwerk International zur Verfügung. Zudem haben die grenznahen Handwerkskammern in Konstanz, Karlsruhe und Freiburg eigene Beratungsstellen eingerichtet.

Weitere Informationen: Erfolgsgeschichten und weitere Informationen zum Export des baden-württembergischen Handwerks liefert ein Artikel im Handwerk Magazin.

Autoren:
Marcel Busch, Projektleiter Kommunikation, Handwerk International
Baden-Württemberg
Stefan Schütze, Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik und Statistik, Baden-Württembergischer-Handwerkstag e.V.
Quelle: BWHT-Umfrage zum überregionalen Absatz vom 01. Quartal 2016
Foto: kbuntu - fotolia.com

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News vom 18.07.16

Sommerakademie 2016: Rückblick

Bilder: die Sommerakademie 2016 von Handwerk International Baden-Württemberg am 7. Juli in der Eselsmühle im Siebenmühlental in Leinfelden-Echterdingen.


Das sagen die Teilnehmer:

Paul Kern, Projektleiter bei der K. Kern GmbH in Wolfschlugen
„Vielleicht gibt es auch irgendwo im Ausland Bedarf an unseren Dienstleistungen. Das ist jedenfalls eine Frage, die ich mit nach Hause nehme.“

 Martin Wolf, Vorstand der Wolf Maschinenbau AG in Brackenheim
„Im Alltag gibt es immer nur schaffen, schaffen, schaffen. Hier hat man mal die Ruhe, um nachzudenken: Was ist die Strategie? Wo liegen unsere Märkte?“

Jürgen Schäfer, Geschäftsführer von Handwerk International Baden-Württemberg:
„So ein altes Gemäuer ist perfekt, um nach vorne zu schauen. Die Zukunft birgt sicherlich Chancen und Risiken für das Handwerk. Deshalb ist es wichtig schon ins Ausland zu blicken, solange es im Inland gut läuft“

Thomas Lux, ena Wirtschaftsverband e.V. european network architecture
„Die technischen Entwicklungen in der Zukunft mögen einige Handwerker vielleicht befremden, aber ich kann sie nur ermuntern: haben sie keine Angst sondern fragen sie sich, was kann ich als Unternehmer daraus machen?“

Fotos: KD-Busch

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News vom 14.07.16

Brexit: Das sagen die Handwerker

Für baden-württembergische Handwerker ist in Großbritannien vor allem der Markt für hochwertige Innenausbauten interessant. Nach dem Brexit-Votum droht dieser Markt zu verschwinden. Handwerk International Baden-Württemberg hat mit vier Betrieben über ihre Meinung zum Brexit und ihre Erwartungen an die Zukunft gesprochen.

Wolfgang Rosskopf, Geschäftsführer bei Kiess Innenausbau in Stuttgart:
„Mittelfristig rechnen wir mit Hürden bei Auslandsaufträgen auf die Insel: Zölle, Arbeitserlaubnisse, die Beschäftigung von Handwerkern vor Ort. Sicher wird in Zukunft auch weniger Geld in den für uns wichtigen britischen Immobilienmarkt fließen. Erste Anzeichen haben wir bereits konkret bemerkt. Von unseren Beziehungen in anderen Nicht-EU-Statten wissen wir aber: Wo ein Wille ist, findet sich auch ein Weg. So haben wir schon viele Projekte erfolgreich durchgeführt. Ein anderer Punkt ist die Psychologie: Die Briten gehören ab jetzt einfach nicht mehr dazu. Wenn man kann, geht man möglichen "Problemen" vorsorglich aus dem Weg. Gleichzeitig gehen uns die guten Verbindungen der Engländer zum Commonwealth verloren.“

Benedikt Olbricht, Schreinermeister bei der Egger Schreinerwerkstätte in Isny im Allgäu:
„Wir hatten bislang einen Auftrag im Bereich Innenausbau in London. Wir hoffen allerdings, dass sich daraus noch weitere Aufträge ergeben werden. Glücklicherweise haben wir unsere Tätigkeit in Großbritannien vor der Abstimmung zum Brexit abgewickelt. Da das Pfund zuletzt stark gefallen ist, könnten unsere Leistungen in Zukunft  unattraktiver für die Engländer werden. In der aktuellen Situation ist es auch ungewiss, ob wir nochmals etwas in London machen würden. Dabei ist der britische Markt sehr groß und qualitativ interessant – der Bedarf wäre absolut vorhanden.“

Wendelin Becherer, Mitinhaber der Becherer Möbelwerkstätten-Innenausbau GmbH in Elzach:
„Wir kennen unsere Kunden in Großbritannien seit vielen Jahren und die laufenden Bestellungen sind noch vor der Abstimmung eingegangen, deshalb merken wir bislang noch nichts vom Brexit - die Entscheidung ist noch zu frisch. Aber natürlich werden wir genau beobachten, wie sich zum Beispiel der Immobilienbereich verändert und, ob der Markt nachgibt. Die Engländer werden sich auch fragen: machen wir überhaupt noch Geschäfte mit Deutschland?
Mein Motto lautet dabei: keep calm – ruhig bleiben! Ich habe mir vorgenommen, bis zum Ende der Sommerferien abzuwarten. Dann schaue ich, wie sich die Situation für kleine und mittelständische Unternehmen in Großbritannien entwickelt hat. Wir haben zum Beispiel auch einen schottischen Kunden, der denkt pro-europäisch. Mit einem echten Brexit-Befürworter habe ich bislang jedenfalls noch nicht gesprochen. Aber wir können leider auch nicht sagen: der Brexit ist uns egal, das betrifft uns nicht.“

Aileen Mayer, Auftragszentrum der MEZ GmbH in Reutlingen:
„Wir sind ein Unternehmen in der Blechverarbeitung und haben zuletzt eine große Maschinenverkleidung für einen schweizerischen Kunden nach England geliefert und dort montiert. Allerdings haben wir eher selten Aufträge in Großbritannien. Sollten die Briten tatsächlich aus der EU ausscheiden, habe ich die Sorge, dass Lieferungen auf die Insel komplizierter werden könnten. Sie würden aber sicherlich auch nicht schwieriger als Lieferungen in andere Nicht-EU-Länder – und das ist auch machbar.“

Foto: Fotolia - Delphotostock

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News vom 13.07.16

"Comebags" für Flüchtlinge

Die beiden Flüchtlingsklassen der Steinbeisschule Stuttgart haben 30 Umhängetaschen aus recycelten Werbebannern vom Enterprise Europe Network Baden-Württemberg geschenkt bekommen. „Die Taschen sind praktisch, nachhaltig und symbolisch. Sie sollen Menschen verbinden“, sagte Jürgen Schäfer, der Koordinator des baden-württembergischen Netzwerks. Die sogenannten „Comebags“ wurden bei der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten e.V. von Menschen mit Behinderung aus alten Werbebannern der zehn Netzwerk-Partner hergestellt.

Handwerk International ist teil des Enterprise Europe Network

Das Enterprise Europe Network in Baden-Württemberg hat die Taschen gespendet. Das europäische Netzwerk unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei internationalen Kooperationen. Neben Handwerk International Baden-Württemberg besteht das Netzwerk In Baden-Württemberg aus neun wieteren Partnern: Steinbeis-Europa-Zentrum, Baden-Württemberg International, Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, IHK Rhein-Neckar, IHK Region Stuttgart, IHK südlicher Oberrhein, IHK Reutlingen, IHK Ulm, IHK Hochrhein Bodensee.

Taschen als Erinnerung

Die 18 anwesenden Schüler der VABO-Klassen (Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf für Jugendliche ohne Deutschkenntnisse) stammen aus sieben Nationen aus Afrika und dem Nahen Osten und kamen überwiegend als Flüchtlinge nach Deutschland. Sie stehen am Ende ihrer ein- bis zweijährigen Schulzeit, in der sie die Sprache lernen und sich auf handwerkliche Berufe vorbereiten.

Der 22jährige Hesham Khawaldi aus Syrien wird beispielsweise eine Ausbildung als Bauzeichner beginnen. Er sagt: „Die Tasche ist für mich eine Erinnerung an die Zeit an der Schule.“ Die Steinbeisschule Stuttgart kooperiert mit der Handwerkskammer Region Stuttgart, deren Hauptgeschäftsführer Claus Munkwitz die Schüler im Handwerk willkommen hieß.

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News vom 12.07.16

Kreditversorgung des Mittelstands

Gemeinsames Positionspapier: Mittelstand stärken – Kreditfinanzierung sichern – Finanzmarktregulierung  anpassen

Eine Regulierung mit Augenmaß, mehr Verständnis für die Bedürfnisse von kleineren und mittelgroßen Unternehmen und die Sicherung der Kreditfinanzierung des Mittelstands – das sind die gemeinsamen, zentralen Forderungen des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT), des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK), des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV) und des Sparkassenverbands Baden-Württemberg (SVBW).

Die vier großen Dachverbände der Wirtschaft in Baden-Württemberg haben sich zusammengetan, um sich zur Zukunft der Kreditversorgung des Mittelstands zu äußern. In einem Positionspapier unter der Überschrift „Mittelstand stärken – Kreditfinanzierung sichern – Finanzmarktregulierung anpassen“ wenden sie sich mit konkreten Forderungen an die politisch Verantwortlichen in Stuttgart, Berlin und Brüssel. Dabei geht es um die zukünftige Regulierung des Finanzmarkts, um die Sicherung der bankgestützten Kreditfinanzierung des Mittelstands und um die künftige Einlagensicherung.

„Wir haben uns zu dieser gemeinsamen Initiative entschlossen, da wir überzeugt sind, dass insbesondere in Brüssel das deutsche Erfolgsmodell der kleinen und mittelgroßen Unternehmen, die auf langlaufende Bankkredite ihrer Hausbanken setzen können, zu wenig berücksichtigt wird“, so die vier Präsidenten Rainer Reichhold (BWHT), Dr. Peter Kulitz (BWIHK), Dr. Roman Glaser (BWGV) und Peter Schneider (SVBW) bei der Präsentation des Papiers am 5. Juli in den Räumen des Baden-Württembergischen Handwerkstags in Stuttgart. „Mit dem Positionspapier wollen wir insbesondere die Politik und die EU-Kommission dazu auffordern, die nationalen, sehr erfolgreichen Unterschiede nicht mit dem Rasenmäher wegzumähen. Das ist auch eine der zentralen Lehren aus der Brexit-Entscheidung in Großbritannien.“

BWHT und BWIHK repräsentieren rund 780.000 Unternehmen in Baden-Württemberg. Die 205 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie die 52 Sparkassen haben als Hauptfinanzierer des Mittelstands einen Marktanteil von rund 80 Prozent. „Wir garantieren die Kreditversorgung der kleinen und mittelgroßen Unternehmen bei uns im Land“, so die beiden Präsidenten Glaser und Schneider.

Reichhold: „Unsere Betriebe brauchen starke regionale Banken"

Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold betont die Bedeutung der Kreditfinanzierung für das Handwerk in Baden-Württemberg: „Ein breites Angebot an Finanzdienstleistungen ist der Idealfall, aber es muss sich am Bedarf orientieren.“ Für einen durchschnittlichen Handwerksbetrieb komme eine Kapitalmarktfinanzierung in aller Regel nicht in Frage.

Reichhold: „Unsere Betriebe brauchen starke regionale Banken, die sich in den Gegebenheiten eines regional verwurzelten Handwerks auskennen. Sie brauchen Firmenkundenbetreuer, die ihre Sprache sprechen.“ Seit jeher sei die klassische Finanzierung über Bankkredite die wichtigste Finanzierungsquelle für kleine und mittlere Betriebe. Sie dürfe deshalb im Rahmen der Kapitalmarktunion nicht geschwächt, sondern müsse im Gegenteil gestärkt werden.

Zum Schluss des Positionspapiers fordern die vier Verbände auch die nationale Eigenständigkeit der Einlagensicherung. „Wir lehnen gemeinsam die Pläne der EU-Kommission zur Schaffung eines vergemeinschafteten Systems der Einlagensicherung in Europa ab“, so Sparkassenpräsident Peter Schneider. „Sparkassen und Genossenschaftsbanken bieten mit ihrer Institutssicherung den besten Schutz innerhalb der gesamten EU. Da ist es weder im Interesse der Unternehmen, noch der Privatkunden, die bisher zurückgelegten Mittel für die Absicherung der Spargelder in einen großen europäischen Topf zu werfen. Ohne die hohe Sicherheit der Ersparnisse wäre die Stabilität der Wirtschafts- und Finanzierungskreisläufe gefährdet.“

Zum vollständigen Positionspapier

Foto: Fotolia - Fotogestoeber

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News vom 01.07.16

Brexit! Und nun?

Benötigt ein Monteur jetzt ein Visum für Großbritannien? Erheben die Briten nun Zölle auf deutsche Produkte? Handwerk International Baden-Württemberg stellt drei mögliche Szenarien vor für den Ausstieg der Briten aus der EU und die Folgen für das Handwerk im Land.

Jürgen Schäfer: "Bitte keine Hängepartie!"

Noch hat Großbritannien seinen Austritt aus der Europäischen Union nicht offiziell beantragt. Doch nach dem Brexit-Votum am 23. Juni muss sich Europa wahrscheinlich auf eine Union ohne das Vereinigte Königreich einstellen. Die erste Folge: das Pfund hat deutlich an Wert verloren. Deutsche Dienstleistungen haben sich für die Briten quasi über Nacht stark verteuert. Wie geht es nun weiter? Einen vergleichbaren Fall hat es noch nie gegeben und bis zum tatsächlichen Ausscheiden der Briten könnten noch mehrere Jahre vergehen. Jürgen Schäfer, der Geschäftsführer von Handwerk International Baden-Württemberg,  fordert: „Bitte keine Hängepartie! Jetzt ist Schluss mit dem Rosinenpicken, lassen Sie uns die Trennung professionell vollziehen.“ Er sieht drei mögliche Szenarien für Großbritannien außerhalb der EU:

1) Der komplette Ausstieg: Das Vereinigte Königreich würde behandelt wie die USA oder China. Die vier Freiheiten des Personen-, Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehrs würden dann nicht mehr für die Briten gelten. Zölle würden erhoben, Visa könnten zumindest für Arbeitsaufenthalte erforderlich sein. Es hinge dann von Großbritannien ab, ob und wie baden-württembergische Handwerker auf der Insel arbeiten könnten. Im Fall des kompletten Ausstiegs könnten sogar britische Standards die EU-weit gültige CE-Kennzeichnung ablösen – dies wäre wohl die schwierigste Lösung für die Betriebe aus dem Land.

2) Das Modell Schweiz: Die Europäische Union und Großbritannien würden Verträge abschließen, die den zukünftigen Umgang miteinander regeln. Nach dem Vorbild der Schweiz könnten Zollkontrollen eingeführt werden, ohne dass Zölle auf Waren aus der EU erhoben würden. Für Handwerksbetriebe würde das einen Papierkrieg im Vorfeld ihrer Tätigkeit auf der Insel bedeuten: sie müssten - wie heute schon bei der Schweiz - beweisen, dass ihre Waren tatsächlich aus der EU kommen.
Der Knackpunkt wäre in diesem Fall jedoch der freie Personenverkehr: Für die Briten solle sich nichts ändern, fordern die Brexit-Befürworter, sie möchten den Zugang zum Binnenmarkt wie bisher erhalten. Gleichzeitig wollen sie die Migration nach Großbritannien stärker regulieren. Ein Privileg, das die EU der Schweiz nicht einräumt, wieso also den Briten? Wie sich die EU und Großbritannien in solchen Verträgen einigen werden ist völlig offen.

3) Die Phase der Unsicherheit: Obwohl die Briten mehrheitlich für einen Austritt aus der EU gestimmt haben, könnte auch zunächst einmal gar nichts passieren. Denn ihre Regierung muss den Austritt zunächst offiziell  bei der Europäischen Union beantragen. Dass der britische Noch-Premierminister David Cameron, der seinen Rücktritt bereits angekündigt hat, diesen Schritt geht, ist unwahrscheinlich. Vorzeitige Neuwahlen könnten wieder eine EU-freundlichere Regierung bringen, die nicht an einem schnellen Ausstieg interessiert ist.
Für die Wirtschaft würden dann zwar weiterhin die heutigen Regeln gelten, verbunden allerdings mit einer Phase der Unsicherheit. Betriebe sollten in diesem Fall vorsichtig sein, bevor sie etwa langfristige Wartungsverträge abschließen, weil die gesetzlichen Rahmenbedingungen ihrer Arbeit noch lange unklar bleiben könnten. Außerdem wären weiterhin Kursschwankungen des Pfunds zu erwarten. Handwerksbetriebe müssten in diesem Fall das Wechselkursrisiko in ihren Verträgen berücksichtigen – und idealerweise in Euro abschließen.

Tätigkeiten im Vereinigten Königreich werden schwieriger

Fazit: „Viele befürchten ein auseinander reißen der EU, aber vielleicht bringt es die Mitgliedstaaten auch näher zusammen. Lassen sie uns nicht nachtreten, sondern die Entscheidung der Briten einfach akzeptieren", sagt Schäfer. Unabhängig davon, welches dieser drei möglichen Szenarien eintritt: eine Tätigkeit im Vereinigten Königreich wird für die baden-württembergischen Handwerksbetriebe in Zukunft in jedem Fall schwieriger werden. Handwerkbetriebe sollten sich vor der Angebotsabgabe auf jeden Fall über den aktuellen Sachstand informieren und die jeweiligen Szenarien für ihre Geschäfte durchspielen. Dabei unterstützt Handwerk International Baden-Württemberg gerne

Weitere Informationen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zum Brexit finden Sie hier.

Ihr Ansprechpartner bei Handwerk International Baden-Württemberg:
Michael Rössler
Außenwirtschaftsberater
mr@handwerk-international.de
Telefon 0711-1657-525

Foto: pixs:sell - Fotolia

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News vom 24.06.16

Videointerview zu den Folgen des Brexit

Jürgen Schäfer: „Ich befürchte, dass wichtige Märkte wegfallen werden."

Das Votum für einen EU-Austritt Großbritanniens könnte auch die Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg beeinträchtigen. Jürgen Schäfer, Geschäftsführer von Handwerk International Baden-Württemberg, rechnet mit beträchtlichen Folgen für das Auslandsgeschäft: „Ich befürchte, dass wichtige Märkte im Großraum London einfach wegfallen werden.“ Vor allem hochwertige Innenausbauten in der Region London seien bei Schreinerbetrieben aus der Region sehr beliebt. „Wenn nun Zölle eingeführt werden, dann werden die Dienstleistungen der Handwerker teurer“, sagte Schäfer.

Video-Interview mit Jürgen Schäfer, Geschäftsführer von Handwerk International Baden-Württemberg

In den nächsten zwei bis drei Jahren müsste die Europäische Union nun mit den Briten über ein Ausstiegsabkommen verhandeln. Die Freiheiten des Handels, der Dienstleistungen, des Kapitalverkehrs und die Personenfreizügigkeit innerhalb der EU würden dann nicht mehr für Großbritannien gelten. „Für jeden einzelnen Mitarbeiter bei jedem Auslandseinsatz möglicherweise ein Arbeitsvisum beantragen zu müssen, würde einen großen administrativen Aufwand für die Betriebe bedeuten“, so Schäfer. Zudem sei unklar, ob die Briten die CE-Kennzeichnung beibehielten. „Die Handwerker müssten sich dann den britischen Standards anpassen“, betonte Schäfer.

Er gab zu, dass ihn die Entscheidung der Briten für den Brexit überrasche: „Man kann nicht von einem Betriebsunfall sprechen, sondern von einer bewussten Entscheidung.“ Die Briten hätten in Bezug auf die EU jedoch berechtigte Fragen gestellt. Für die Zukunft forderte Schäfer glasklare Entscheidungen statt wachsweicher Kompromisse innerhalb der Union.

Jürgen Schäfer ist Geschäftsführer von Handwerk International Baden-Württemberg, einem Geschäftsbereich der Handwerkskammer Region Stuttgart. Im Auftrag der acht baden-württembergischen Handwerkskammern unterstützt Handwerk International rund 130.000 kleine und mittlere Handwerksbetriebe bei ihrer Geschäftstätigkeit im Ausland.

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News vom 14.06.16

Schweiz: Ausweitung der Meldepflichten

Ab wann sind Arbeiten in der Schweiz meldepflichtig? Als Antwort genügte einem Handwerksbetrieb bislang dieser Merksatz: „Sobald sie den Hammer in die Hand nehmen.“  Seit 1. Juni 2016 wurde mit der Weisung VEP-06/2016 die Abgrenzung meldepflichtiger und nicht meldepflichtige Tätigkeiten im Anhang 5 neu überarbeitet und ausgeweitet.

Im Fokus der Weisung der Schweizer Eidgenossenschaft steht die Meldepflicht von planerischen, beratenden Tätigkeiten mit dem Kunden, sofern sie in der Schweiz stattfinden. Wobei sich aus Sicht von Handwerk International Baden-Württemberg manche Abgrenzung schwierig gestaltet.

So macht der Verweis einen Unterschied zwischen nicht meldepflichtigen „Kundenmeetings in Form von Vertragsverhandlung und Vertragsunterzeichnung“ und ab sofort meldepflichtigen „Kundenmeetings in Form von Beratungsgesprächen oder Kundengespräche zum weiteren Vorgehen oder zur Planung von Projekten“.

Ebenfalls neuerdings meldepflichtig ist die „Einarbeitung und Ausbildung mit einer Integration in den Arbeitsprozess, produktionsbezogen“ in Form eines „Trainings on the Job“. Als nicht meldepflichtig gelistet sind dagegen „theoretische und technische Kurse (ohne Einbezug in Arbeitsprozess /produktive Tätigkeit).

Im Falle eines Messeauftritts in der Schweiz gelten neben dem Standaufbau und der Montageleistung (bereits meldepflichtig) auch noch das Verkaufsgespräch sowie die reine Präsenz auf der Messe nun als meldepflichtige Tätigkeiten.

Handwerksbetriebe sollten vor ihrer Tätigkeit in der Schweiz die kostenlose Beratung von Handwerk International nutzen

Neu ist zudem, dass Montagetätigkeiten in Verbindung mit dem Kauf und der Lieferung von zum Beispiel Maschinen und Anlagen meldepflichtig sind. Dabei hatte Handwerk International jedoch auch schon früher – je nach Gewerk - eine Meldung empfohlen.

Außerdem ist die Installation von Programmen  im Bereich Aufbau, Montage, Installation und Endkontrollen inzwischen explizit gelistet.  

Folgende – für Handwerksbetriebe relevante -  Tätigkeiten sind seit dem 1. Juni zusätzlich meldepflichtig (nicht vollständig):

  • Kundenmeetings in Form von Beratungsgesprächen
  • Kundengespräche zum weiteren Vorgehen oder zur Planung von Projekten
  • Abnahme von Arbeiten
  • Vorarbeiten vor Vertragsschluss – zum Beispiel Maßarbeiten, um eine Offerte erstellen zu können (Auftrag ist noch nicht sicher)
  • Maßarbeiten nach Vertragsschluss
  • Kundenakquisition (Einsätze auf Messen und Verkaufsgespräche)
  • Projekteinsätze
  • Reparatur-, Wartungs- oder Garantiearbeiten
  • Aufbau, Montage, Installationen und Endkontrollen
  • Einarbeitung und Ausbildung mit einer Integration in den Arbeitsprozess, produktionsbezogen
  • Redner bei Konferenz, Wissenstransfer als Trainer
  • künstlerische Tätigkeiten


Handwerksbetriebe sollten deshalb vor ihrer Tätigkeit in der Schweiz die kostenlose Beratung von Handwerk International Baden-Württemberg nutzen.

Quelle:
http://www.handelskammerjournal.ch/de/grenzueberschreitende-dienstleistungserbringer-in-der-schweiz-aufgepasst

Gesetzliche Grundlage:
Weisungen VEP-06/2016 / 3.1.3 Abgrenzung meldepflichtige / nicht meldepflichtige Tätigkeiten / Anhang 5

Fotos: Fotolia - vinz89

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News vom 14.06.16

Brexit: „EU gibt es nur ganz oder gar nicht!“

Jürgen Schäfer, Geschäftsführer von Handwerk International Baden-Württemberg, hofft auf einen Verbleib der Briten in der EU, fürchtet aber nicht den Brexit.


Interview

Durch die Unterhauswahlen im vergangenen Jahr ist die politische Stimmung in Großbritannien gekippt. Die Zahl der Befürworter eines Ausstiegs des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union, der sogenannte „Brexit“ (Wortschöpfung aus Britain und Exit), steigt. Am 23. Juni 2016 kommt es deshalb zum Showdown in einer Volksabstimmung. Wir haben den Europaexperten und Geschäftsführer von Handwerk International Baden-Württemberg Jürgen Schäfer gefragt: kommt es zu einem Brexit? Und was würde ein Ausstieg der Briten für das Handwerk bedeuten?

Frage: Herr Schäfer, endet die Europäische Union künftig an der nördlichen französischen Grenze in Calais?

Jürgen Schäfer: Zunächst müssen wir die Volksabstimmung am 23. Juni abwarten. Sollten die Briten mehrheitlich für einen Ausstieg stimmen, würden sicherlich zwei bis drei Jahre vergehen, bis ein Ausstiegsabkommen verhandelt würde. Zusätzlich müsste Großbritannien viele Einzelabkommen nachverhandeln. Es wäre damit zwar isoliert, Züge könnten allerdings sicherlich auch in Zukunft durch den Kanaltunnel fahren.

Frage: Was erwarten Sie, wie entscheiden sich die Briten?

Schäfer: Die Wahlforscher rechnen mit einem knappen Ergebnis. Momentan liegen die Zahlen bei 50 zu 50. Jetzt kommt es zum Showdown. Den Briten wird erst nach und nach so richtig klar, dass ein Votum für den Brexit automatisch auch eine Europäische Union ohne Großbritannien bedeutet. Deshalb gehe ich davon aus, dass sich bis zur Abstimmung noch etwas tut.

Frage: Welche Vorteile bietet denn eine EU-Mitgliedschaft?

Schäfer: Einen großen Markt, Handels- und Reisefreiheit, freier Kapitalverkehr und natürlich eine starke Wirtschaftsmacht. Die britische Wirtschaft hat im Konjunkturverlauf zugelegt. Trotzdem besitzt Großbritannien eine Monopolstellung auf dem Kapitalmarkt. Dies hat Vorteile, wenn es gut läuft, aber große Nachteile bei Strukturveränderungen, wie zuletzt bei der Bankenkrise.

Frage: Würde ein Ausstieg Großbritanniens direkt zu einer wirtschaftlichen Katastrophe führen?

Schäfer: Vielleicht auch zu einer Erlösung - vielleicht sogar zu einer Stärkung der Europäischen Union. Die ablehnende Haltung der Briten ist schließlich nichts Neues. Schon seit ihrem EU-Beitritt 1973 haben sich die Briten regelmäßig Privilegien ausverhandelt. Jüngst durch die Möglichkeit, EU-Bürger, die auf der Insel leben, in den ersten vier Jahren von der sozialen Absicherung auszunehmen.


Welche Folgen hätte der Brexit für das Handwerk?

Frage: Aber warum diese Sonderrolle?

Schäfer: Vielleicht weil Großbritannien eine Insel ist. Die Briten sind in vielen Punkten irgendwie anders und sie sehen die Mitgliedschaft in der Union nicht als Privileg sondern eher als Last und Bevormundung.

Frage: Welche Folgen hätte der Brexit für das Handwerk?

Schäfer: Wir haben keine Erfahrung mit dem Ausstieg eines langjährigen EU-Mitglieds. Sicherlich würde der freie Zugang zum Binnenmarkt versperrt und mögliche Zölle würden eingeführt. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit und Investitionsschutzregelungen würden in Frage gestellt.  Unklar ist die Situation für unsere Handwerksbetriebe: Lieferungen müssten nach Einführung von Zöllen eigentlich teurer werden, ob Montagen wegen erhöhter Personalkosten auch teurer würden ist noch offen. Der wichtige Markt für Handwerksbetriebe im hochwertigen Innenausbau im Großraum London könnte zum Teil wegbrechen.

Frage: Würde sich ein Brexit auch bei der EU finanziell bemerkbar machen?

Schäfer: Nur bedingt, denn gemessen am BIP ist Großbritannien lediglich der zehntgrößte Zahler.

Frage: Trotzdem hoffen Sie, dass sich die Briten gegen einen Brexit entscheiden.

Schäfer: Es täte uns Europäern gut, wenn die Briten dabei bleiben. Außerdem könnte ein Ausstieg auch eine Signalwirkung auf andere Mitgliedstaaten haben. Nichtdestotrotz: es darf keine Rosinenpickerei und keine faulen Kompromisse geben! Die EU gibt es nur ganz oder gar nicht.


Hintergrund: Das Vereinigte Königreich ist die drittgrößte Handelsmacht in Europa und einer der wichtigsten Exportpartner Deutschlands. Der deutsche Handelsbilanzüberschuss gegenüber Großbritannien liegt bei mehr als 50 Milliarden Euro. Beide Staaten sind wirtschaftlich eng verbunden: rund 2.500 deutsche Unternehmen unterhalten Niederlassungen auf der Insel, umgekehrt gibt es rund 3.000 britische Firmen in Deutschland.

Foto: KD Busch

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News vom 14.06.16

EU-Befragung zur Mehrwertsteuer

Sonderregelungen für kleine Unternehmen im Bereich Mehrwertsteuer

Beeinflussen Sie die künftigen EU-Rechtsvorschriften über die mehrwertsteuerliche Behandlung kleiner Unternehmen und beteiligen Sie sich bis 24. Juni 2016 an einer aktuellen Umfrage der EU- Kommission. Die bestehenden Bestimmungen sollen modernisiert und vereinfacht werden. Ziel ist es, dadurch den Verwaltungsaufwand für Unternehmen zu verringern. Nutzen Sie jetzt die Möglichkeit zum Feedback: Das Ausfüllen des Fragebogens dauert maximal 10 Minuten.

Hier gehts zur Umfrage.

In den Artikeln 281 bis 292 der Mehrwertsteuersystem-Richtlinie (Richtlinie 2006/112/EG)  sind die Sonderregelungen für die Besteuerung kleiner Unternehmen festgelegt. Diese umfassen sowohl Maßnahmen zur Vereinfachung der Besteuerung und Erhebung als auch Befreiungen und degressive Ermäßigungen. Die seit fast 40 Jahren geltenden Bestimmungen werden jetzt überarbeitet und modernisiert.

In diesem Zusammenhang erfolgt die aktuelle Umfrage. Die Rückmeldungen der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) über die in der Mehrwertsteuersystem-Richtlinie für sie vorgesehenen Sonderregelungen werden gesammelt und anschließend ausgewertet. Die Kommission plant ein umfassendes Vereinfachungspaket, das den Verwaltungsaufwand für KMU verringert und Wirtschaftswachstum und grenzüberschreitenden Handel begünstigt. Der Vorschlag der Kommission soll bis Ende 2017 vorliegen.

Wichtig: Die Befragung ist anonym, die Daten werden in einer sicheren Datenbank gespeichert. Angesprochen sind vor allem Kleinstunternehmen mit einem Umsatz bis zu 100.000 Euro, aber auch umsatzstärkere Unternehmen können sich beteiligen. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert maximal 10 Minuten.

Bitte schicken Sie den ausgefüllten Fragebogen bis 24. Juni 2016 per E-Mail an stt@handwerk-international.de oder per Fax an 0711 1657-827.

Ansprechpartnerin für Fragen ist Sigrun Taschner-Tangemann (Tel: 0711 1657-302).

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News vom 10.06.16

"Die Sexyness des Handwerks nutzen!"

Bei der Ladies Lounge Anfang Juni wurden die großen Veränderungen erörtert, die auf das Handwerk zukommen. Wir haben Tipps für Betriebe zusammengestellt.

Aktiv in die Zukunft

Fachkräftemangel, Flüchtlingsintegration, Digitalisierung: Bei seiner Begrüßung zur Ladies Lounge Anfang Juni sprach Kammerpräsident Rainer Reichhold vor 170 Besucherinnen und Besuchern die zentralen Herausforderungen für das Handwerk in den kommenden Jahren an. "Um die Zukunft aktiv mitzugestalten, haben wir das Projekt Handwerk 2025 gestartet." Damit sollen Herausforderungen, Chancen und Potenziale für die zukünftige Entwicklung des baden-württembergischen Handwerks analysiert und konkrete Handlungsempfehlungen für Betriebe, Organisationen und Politik abgeleitet werden.

Die Veränderungen für das Handwerk

"Zukunft hat etwas mit dem Wahrnehmen von Veränderungen zu tun", startete im Anschluss Jeanette Huber vom  Zukunftsinstitut Frankfurt am Main ihren Vortrag. Gerade die Unternehmen müssten sich auf große gesellschaftliche Veränderungen einstellen. "Durch den demografischen Wandel überaltert die Gesellschaft, parallel haben wir einen Trend zur individualisierten Lebensgestaltung und völlig neue Ansprüche der jungen Menschen, die auf den Arbeitsmarkt kommen", betonte Huber.  

Vor allem das Handwerk habe aber sehr gute Aussichten. "Alle soziologischen Studien zeigen, dass es eine neue Sexyness des Handwerks gibt. Wir erleben eine Renaissance natürlicher Baustoffe und Materialien. Gerade das und die besonderen Fähigkeiten, die im Handwerk gebraucht werden, üben in einer zunehmend virtuellen Gesellschaft auf Jugendliche einen großen Reiz aus", erklärte Huber.

Ladies Louneg 2016 begrüßung

So wird Ihr Betrieb fit für die Zukunft

Jeanette Huber hatte viele konkrete Tipps mit im Gepäck, damit Unternehmer ohne Sorge in die Zukunft blicken:

Flexible Arbeitszeitmodelle: Passen Sie die Arbeitszeiten an die jeweilige Lebenssituation der Mitarbeiter an. Angestellte mit Kindern möchten weniger arbeiten als junge Mitarbeiter. Brechen Sie starre Regelungen auf. Kleinere Betriebe können dabei auf Kooperationen mit anderen Unternehmen setzen.

Weiterbildung: Bieten Sie Ihren Mitarbeitern Forbildungsmöglichkeiten an. Die junge Generation möchte immer hinzulernen, dabei aber eigene Schwerpunkte setzen.

Innovation: Lassen Sie Ihre Mitarbeiter einfach mal "machen" und gestehen Sie ihnen auch Fehler zu. Das fördert die Lust am Neuen und Ihr Betrieb bleibt innovativ. Wichtig ist, dass man gemeinsam aus den Fehlern lernt.

Neue Technologien: Setzen Sie die neuen Medien aktiv in ihrem Arbeitsalltag ein. So sind Sie immer "up to date" und gewinnen junge Mitarbeiter für sich.

Digitalisierung: Vor allem im Verkaufsgespräch wird Multimedia immer wichtiger. Nutzen Sie Tablets, um Kunden die Einzelheiten eines Produktes zu zeigen. Dazu muss die Mediennutzungskompetenz ihrer Mitarbeiter gesteigert werden.

Kommunikation: Die "Netzkultur" setzt sich in Zukunft auch in den Unternehmen durch. Das bedeutet: Kommunikation findet in Echtzeit auf Augenhöhe statt und ist emotional und humorvoll.

Gesundheitsmanagement: Gesundheit ist der entscheidende Faktor, wenn man ältere Menschen länger beschäftigen möchte. Um Leistungsfähigkeit und Spaß zu erhalten, muss daher Gesundheitsmanagement aktiv gefördert werden. Suchen Sie nach passenden Beratungsangeboten bei ihren Krankenkassen.

Vorbild sein: Gehen Sie die Herausforderungen der Zukunft positiv an - denn mit dem nötigen Spaß gelingt der Wandel leichter.

Video: Fünf Fragen an Jeanette Huber (Zukunftsinstitut)

Vor der Ladies Lounge 2016 haben wir uns mit Jeanette Huber über die aktuellen Megatrends und die großen Veränderungen unterhalten. Im Video erklärt sie, wie sich Handwerksbetriebe für die Zukunft aufstellen sollten:

Fotos: KD Busch

Video: Handwerkskammer Region Stuttgart

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News vom 17.05.16

Initiative Handwerk - international innovativ

„Erfolgreich ist, wer seine Marktnische findet“

Erste Veranstaltung der Initiative „Handwerk - international innovativ“ findet bei Leicht + Müller in Remchingen bei Pforzheim statt.

Innovationen sind Türöffner für ausländische Märkte – das gilt nicht nur für die Firma Leicht + Müller. Deshalb informierte Handwerk International Baden-Württemberg über die Chancen der Innovationen gerade für kleine und mittlere Handwerksbetriebe im Rahmen einer Betriebsbesichtigung am Donnerstag, 12. Mai, beim Stanz- und Kunstofftechnik-Experten aus Remchingen bei Pforzheim.

„Erfolgreich ist der Betrieb, der seine Marktnische findet. Handwerk und Innovation gehören zusammen – genau da setzt die Initiative an“, sagte die Leiterin der Innovationsinitiative Aline Kümmerle von Handwerk International Baden-Württemberg. Deshalb informierten mehrere Vorträge die interessierten Betriebe, überwiegend aus der Region Karlsruhe, über konkrete Wege ins Auslandsgeschäft und Fördermöglichkeiten für Innovationen auf Landes- Bundes- und europäischer Ebene.

„Viele Betriebe wissen nicht, dass sie innovativ sind“

Da es einen engen Zusammenhang zwischen Innovationsfähigkeit und Exportorientierung gibt, unterstützt die Initiative kleine und mittlere Handwerksbetriebe dabei, Innovationen zu entwickeln und im Ausland erfolgreich zu sein – unabhängig von ihrem jeweiligen Erfahrungsstand. Eine Herausforderung sieht Frau Kümmerle auch darin, dass viele Betriebe noch nicht wissen, dass sie mit ihren Prozessen oder Dienstleistungen bereits innovativ sind und somit ihre Potenziale nicht ausnutzen. „Wettbewerbsfähig bleibt nur, wer Veränderungen mitmacht. Uns haben die Innovationen neue Kunden im Ausland gebracht“, sagte Klaus Müller, Geschäftsführer der Leicht + Müller Stanztechnik GmbH+Co.KG.

Handwerk International Baden-Württemberg führt die Initiative „Handwerk - international innovativ“ in Zusammenarbeit mit dem Steinbeis-Europa-Zentrum und mit freundlicher Unterstützung des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft in Baden-Württemberg durch. Weitere Informationen zur Initiative finden Sie hier.

Ihr Kontakt bei Handwerk International:

Aline Theurer

Projektleiterin

Tel.: 0711-1657-252

ak@handwerk-international.de

   

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News vom 10.05.16

Liechtenstein

Liechtenstein, als sechstkleinster Staat der Welt, bietet auch baden-württembergischen Handwerkern interessante Möglichkeiten zu grenzüberschreitendem Arbeiten.

Ein kleiner Inlandsmarkt sowie fehlende Bodenschätze und Ressourcen sind der Grund, warum der Außenhandel für Liechtenstein so bedeutend ist. Marktchancen ergeben sich unter anderem im gehobenen Innenausbau sowie allgemein im Baubereich. Um erfolgreich in Liechtenstein tätig zu werden, gilt es einige Besonderheiten zu berücksichtigen:

Seit 1992 ist Liechtenstein Teil des Schweizer Zollgebietes, die von der Schweiz geschlossenen Freihandelsabkommen finden somit auch für Liechtenstein Anwendung.

Offizielle Währung des Fürstentums ist der Schweizer Franken. Seit 1995 zählt Liechtenstein zum Europäischen Wirtschaftraum an, weshalb Unternehmen u.a. von der Personenfreizügigkeit sowie Dienstleistungsfreiheit im EU/EWR Binnenmarkt profitieren können.

Aus Umsatzsteuersicht handelt es sich bei Liechtenstein und der Schweiz um ein gemeinsames Land, weshalb für die steuerliche Registrierungspflicht der Umsatz in beiden Ländern zusammen als Veranlagung herangezogen wird. Ab einem Gesamtumsatz von 100.000 CHF müssen sich Unternehmen mehrwertsteuerlich in der Schweiz oder Liechtenstein registrieren.

Vor Beginn der Arbeiten im Fürstentum Liechtenstein gibt es eine Meldepflicht der Dienstleistung beim Amt für Volkswirtschaft. Die Tätigkeit darf erst nach erteilter Meldebestätigung erfolgen. Wie in der Schweiz dürfen Mitarbeiter für maximal 90 Tage im Jahr nach Liechtenstein entsandt werden. Falls das ausgeübte Gewerk einem Tarifvertrag/Gesamtarbeitsvertrag unterstellt ist, ist außerdem eine Meldung bei der Zentralparitätischen Kommission erforderlich. Sofern die Arbeiten länger als 8 Tage dauern, muss eine Genehmigung beim Ausländer- und Passamt eingeholt werden.

Weitere Details zum Arbeiten in Liechtenstein finden Sie im aktualisierten Leitfaden, den Sie bei den Beratern von Handwerk International Baden-Württemberg erhalten.

Ihr Kontakt bei Handwerk International:

Janine Kempf

Tel.: 0711/1657-213

jk@handwerk-international.de



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News vom 07.04.16

Handwerk 2025

Projekt Handwerk 2025 startet in Stuttgart mit erstem Workshop

Mit dem Thema "Internationalisierung" startete gestern das landesweite Projekt "Dialog und Perspektive Handwerk 2025" bei der Handwerkskammer Region Stuttgart. 20 Unternehmer diskutierten mit Wissenschaftlern und Vertretern des baden-württembergischen Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft über zukünftige Voraussetzungen und Hürden beim Auslandsgeschäft sowie die Mobilität von Auszubildenden und Fachkräften.

Als zentrale Stellgrößen einer zukünftigen Internationalisierung im Handwerk identifizierten die Handwerksunternehmer vor allem die finanziellen und personellen Kapazitäten im Betrieb, verkürzte Produktions- und Lieferzyklen sowie die Preissensibilität ausländischer Kunden. Das Prädikat "Made in Germany" zeichne sich jedoch weiterhin als zukunftsfähiger Qualitätsstandard ab.

Mit Sorge blicken die Selbstständigen auf die knappe Fachkräftesituation, die ein Engagement im Ausland erschwere. Fremdsprachkompetenzen und die Bereitschaft der Mitarbeiter, ins Ausland zu gehen, seien zudem entscheidende Faktoren. Die Unternehmer regten deshalb Auslandsaufenthalte von deutschen Auszubildenden sowie Mobilitätsprojekte mit ausländischen Jugendlichen und Fachkräften an. Auch die Beschäftigung geflüchteter Menschen böte in diesem Zusammenhang große Chancen.

"Der Workshop hat gezeigt, dass wir das richtige Format gefunden haben, um unseren Blick wirkungsvoll in die Zukunft zu richten. Das Praxiswissen aus den Betrieben ist unbezahlbar", resümierte Rainer Reichhold, Präsident der Handwerkskammer Region Stuttgart. "Eine der spannendsten Fragen wird sein, wo zukünftig unsere Mitarbeiter herkommen."Dabei müsse die duale Ausbildung als Garant für die Qualität "Made in Germany" unbedingt bewahrt werden.

"Im nächsten Schritt wird es darum gehen, in dieser Qualität nicht nur an ausländische Kunden zu exportieren, sondern in gleicher Form auch im Ausland mit Mitarbeitern vor Ort produzieren zu können", erklärte Reichhold. Denn Kunden bestellten Online und erwarteten eine schnelle Lieferung – egal, wo das Produkt herkomme. Für ihn steht fest: "Die Zukunftsfähigkeit des Handwerks ist essentiell für die wirtschaftliche Entwicklung im Land. Die Stabilität des Mittelstands in der Finanzkrise 2008/09 hat das eindrucksvoll gezeigt. Nach dem heutigen Abend haben wir zwar noch keine Antworten für die zukünftigen Herausforderungen parat. Der Workshop liefert uns jedoch die relevanten Ansätze, um die rasanten Veränderungen in unserem Umfeld – man beachte gerade in der Außenwirtschaft die Digitalisierung – anzugehen", so das Fazit des Kammerpräsidenten.

Der Workshop war Bestandteil des landesweiten Projektes "Dialog und Perspektive Handwerk 2025 - Analyse der Potenziale und Strategiebildung für das baden-württembergische Handwerk im Zeithorizont bis 2025". Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg hat zusammen mit dem Baden-Württembergischen Handwerkstag (BWHT) das Institut für Technik der Betriebsführung (itb) Karlsruhe und das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk (ifh) Göttingen mit der Durchführung dieser Perspektivstudie beauftragt. Aus der Studie, die Herausforderungen, Chancen und Potenziale für die zukünftige Entwicklung des baden-württembergischen Handwerks analysiert, sollen konkrete Handlungsempfehlungen für Betriebe, Organisationen und Politik abgeleitet werden. Der nächste Workshop zum Thema "Demografischer Wandel und Fachkräftesicherung" findet am 10. Mai bei der Handwerkskammer Ulm statt.

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News vom 21.03.16

CETA-Handelsabkommen

CETA ist ein umfassendes Handelsabkommen zwischen Kanada und der Europäischen Union, das die Handelsbarriere beseitigen soll und die Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen zulassen soll. Sobald das Abkommen in Kraft tritt, wird es EU-Unternehmen mehr und bessere Geschäftsmöglichkeiten in Kanada eröffnen und die Beschäftigung in Europa fördern. Für Kanada bedeutet es den theoretischen Zugang zu einem Markt mit 500 Mio. Menschen, hingegen für die EU die Öffnung eines Marktes mit 35 Mio. Menschen. Die EU und Kanada versprechen sich von CETA einen Anstieg des Handelsvolumens um etwa ein Viertel.

CETA ist rechtlich und inhaltlich ausverhandelt. Im nächsten Schritt wird die EU-Kommission einen Vorschlag an die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament entwickeln. Ziel ist die Inkraftsetzung zum 01.01.2017. Insbesondere das strittige Thema Schiedsgerichte wurde im Konsens gelöst, das neue System arbeitet wie ein internationales Gericht.

Inhaltlich wird CETA zu einem Abbau von 99 % aller Zölle führen. Dies kann Entlastungen für europäische Unternehmen in der Größenordnung von rund 470 Mio. bringen. Trotzdem sind 145 Herkunftsbezeichnungen geschützt, so der Parmaschinken und auch der Schwarzwälder Schinken.

Fakten zu CETA:

- Umfassendes Wirtschaftsabkommen EU-Kanada
- Beseitigt 99 % der Zölle und viele weitere Unternehmenshindernisse
- Fördert Handels- und Wirtschafts-beziehungen, schafft Arbeitsplätze
- Steigert BIP der EU um voraussichtlich 12 Milliarden Euro
- Vereinbarter Text öffentlich verfügbar
- Demokratische Annahme

Weitere Informationen im Internet auf den Seiten der Europäischen Kommission: http://ec.europa.eu/trade/policy/in-focus/ceta/index_de.htm

Weitere Informationen des Bundeswirtschaftsministeriums: http://www.bmwi.de/DE/Themen/Aussenwirtschaft/Freihandelsabkommen/ceta.html

Ihr Ansprechpartner bei Handwerk International:

Jürgen Schäfer
Tel.: 0711/1657-280

js@handwerk-international.de




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News vom 01.03.16

Stuttgarter Außenwirtschaftstag

Unternehmen informieren sich über Export, Innovation und TTIP

Die Informationsveranstaltung zeigte rund 75 Unternehmen auf, wie sie nachhaltig am globaler werdenden Markt bestehen können.

Im ersten Teil wurden primär die beiden neuen Projekte von Handwerk International vorgestellt, die die Exportfähigkeit und Innovationskraft der Unternehmen fördern sollen. In seiner Begrüßung wies Oskar Vogel, Geschäftsführer des BWHT, darauf hin, dass das Handwerk in einer neuen „Strategie Handwerk 2025“ ganz genau und im engen Kontakt mit den Firmen die Punkte herausfinden will, die für einen erfolgreichen Weg in die Zukunft sorgen können. Das Thema Internationalisierung werde dabei federführend von Handwerk International bearbeitet.

Staatssekretär Peter Hofelich, MdL, hob hervor, wie sehr das Land auf innovative Unternehmen angewiesen sei, die die Wirtschaft in Baden-Württemberg zu einem beträchtlichen Teil ankurbeln. Durch die finanzielle Unterstützung der Projekte „Handwerk – international erfolgreich“ und „Handwerk – international innovativ“ leiste das Land einen guten Beitrag, damit mehr Unternehmen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich Export und Innovation erweitern. So können sie ihr Potential entdecken und mit der Unterstützung durch Handwerk International voll ausschöpfen.

Johannes Perrot, dessen Firma Turmuhren und Läuteanlagen herstellt, beschrieb anschaulich, wie in einem Traditionsunternehmen der Wandel zu innovativen Produkten und die Orientierung auf neue internationale Märkte gelingen kann. Er forderte die Unternehmen auf, mutig zu sein und sich trotz mancher schwieriger Situationen nicht von ihrer Strategie abbringen zu lassen. Dazu können auch politische Änderungen in den Märkten und Sprachbarrieren gehören. Wesentlicher Faktor für gelungenes Engagement auf ausländischen Märkten sei auch die Fähigkeit, im Netzwerk zu arbeiten. Dies hat dann auch den Vorteil, dass man nicht alles selbst machen muss. Als Tipp gab er den interessierten Unternehmen mit, Geduld zu haben und großen Wert auf persönliche Kontakte und ein vertrauensvolles und wertschätzendes Miteinander zu legen.

Norbert Höptner, Europabeauftragter des Landes und Leiter des Steinbeis-Europa-Zentrums, zeichnete die enge Verzahnung von Innovation und Internationalisierung auf. Er bot den Unternehmen an, sich in einer persönlichen Beratung durch sein Team in Kooperation mit Handwerk International mit diesen Themen zu beschäftigen, um neue und konkrete Wege zur Steigerung der Export- und Innovationsfähigkeit einschlagen zu können.

Jürgen Schäfer,    Geschäftsführer von Handwerk International Baden-Württemberg, fasste die Angebote der Exportinitiative zusammen: regionalen Außenwirtschaftstage in ganz Baden-Württemberg,  Qualifizierungs-programm und Exportcheck. Er leitete damit direkt zum nächsten Programmpunkt über, der den Unternehmen Gelegenheit bot, sich an verschiedenen Thementischen fachlich zu informieren und in Gespräch zu kommen.

Anschließend folgte die Roadshow „Handwerk und TTIP“. In seiner Begrüßung sprach der Landeshandwerks-präsident Rainer Reichhold davon, dass das Handwerk mit der Meisterausbildung eine ausgezeichnete Basis für erfolgreiche Geschäfte biete und die Handwerksorganisationen alles tun, um diese Ausbildungsstruktur europaweit und wenn nötig auch weltweit zu verteidigen. Ein Besuch in Brüssel im letzten Jahr habe geholfen, für das deutsche duale Bildungssystem zu werben und über die Meisterausbildung zu informieren. „Zur Not“, so Reichhold angesichts der TTIP-Verhandlungen, „fahre er auch nach Washington“, um dort für den Meisterbrief einzutreten.

Rainer Wieland, MdEP, rieft in Sachen TTIP zur „Unaufgeregtheit“ auf. Der deutsche Meistertitel sei nicht Gegenstand der TTIP-Verhandlungen. Die Verhandlungen seien ein ganz normaler politischer Prozess, bei dem beide Verhandlungspartner auch unterschiedliche Interessen hätten, die es auszuloten gelte. Die EU von internationalen Abkommen auszuschließen, sei ein Fehler. Gleichzeitig warb er für mehr Vertrauen in die Politik und forderte die Unternehmen auf, sich einzumischen. „Laden Sie die neugewählten Gemeinderäte in ihr Unternehmen ein“, damit können sich die Politiker ein besseres Bild von der Situation der Unternehmen und deren Sorgen und Wünschen machen.

Jürgen Schäfer gab einen Überblick über die Felder, die TTIP überhaupt betreffen und fasste die Ergebnisse aus 2 Umfragen hierzu zusammen. Mittlerweile sind die Unternehmen zwar besser informiert, die Haltung zum Abkommen ist allerdings nach wie vor überwiegend negativ. Im Handwerk sind vor allem die betroffen, die exportorientiert sind und für die in den USA ein wichtiger Absatzmarkt liegt. Schließlich räumte er mit einigen Mythen auf, die sich rund um TTIP gebildet haben, z.B. das Chlorhühnchen, die Berufsqualifikation oder die Arbeitssicherheit.

Martin Pfuderer machte deutlich, dass es für seinen Maschinenbaubetrieb deutliche Vorteile haben würde, wenn nach den TTIP-Verhandlungen die Zertifizierungen, die er für den europäischen Markt benötigt, auch in den USA gelten würden. „Ohne Unterstützung durch den amerikanischen Kunden und einen enge Draht zu den Behörden vor Ort wäre es heute kaum zu schaffen, eine Zertifizierung in den USA zu erhalten“. In einem Fall unterstütze ein Ingenieur aus den USA die Ludwigsburger Firma über mehrere Wochen, damit die Maschine den Anforderungen in den USA entsprach.

In der anschließenden Diskussion ging es auch um die Frage, ob man den USA vertrauen kann. Rainer Wieland gab zu bedenken, dass vor dem Hintergrund des Dieselskandals nun klar geworden sei, dass die amerikanischen Standards nicht immer niedriger seien als in Deutschland. Er erinnerte auch an die Anfänge der Europäischen Union, als man noch versuchte, Produkte aus dem Ausland, die nicht den Vorstellungen entsprachen, nicht zuzulassen. Hier urteilte der Europäische Gerichtshof eindeutig, dass Produkte die in einem Land zugelassen sind, in jedem anderen europäischen Land verkauft werden können.

Ihr Anspechpartner zum Thema TTIP bei Handwerk International:

Jürgen Schäfer
js@handwerk-international.de
Tel.: 0711/1657-280

Ihre Ansprechpartner zu den Initiativen "Handwerk - international erfolgreich" und "Handwerk - international innovativ":

Michael Rössler - Aline Kümmerle - Anette Groschupp
info@handwerk-international.de
Tel.: 0711/1657-444

Fotos: KD Busch

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News vom 22.02.16

Exportaktivitäten des Handwerks

ZDH-Sonderumfrage: Ergebnisse einer Umfrage unter Handwerksbetrieben im dritten Quartal 2015

Ein in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsener Anteil von Handwerksbetrieben nutzt die Potenziale, die eine Geschäftstätigkeit im Ausland bietet. Um aktuelle Daten über die Zahl exportierender Handwerksbetriebe, deren Absatzregionen und Abnehmer sowie Hindernisse bei der Geschäftsausübung im Ausland zu gewinnen, hat der ZDH im Zuge der Konjunkturbe-richterstattung für das dritte Quartal 2015 gemeinsam mit 37 Handwerkskammern (30 in West- und 7 in Ostdeutschland) eine Umfrage zum Thema "Überregionaler Absatz des Handwerks" durchgeführt. Die Umfrageergebnisse verdeutlichen die wachsende Bedeutung ausländischer, und insbesondere europäischer, Absatzmärkte für das Handwerk:

- Der Anteil der Exporteure im Handwerk hat sich seit 1994 von 3,1 auf 7,1 Prozent mehr als verdoppelt. Ebenso erhöht hat sich der Anteil des Umsatzes, den die Betriebe mit ihren Geschäftsaktivitäten im Ausland erzielen: Er ist im gleichen Zeitraum von 1,8 auf 3,0 Prozent gestiegen.

- Die Hauptabsatzmärkte der Exporteure des Handwerks liegen in Europa. 3 von 4 auslandsaktiven Handwerksbetrieben unterhalten Geschäftsbeziehungen in direkt an die Bundesrepublik grenzende Länder (75,3 Prozent). Bei den übrigen EU-Ländern liegt der Anteil bei 35,7 und für das restliche Europa bei 10,5 Prozent.

- Ein klarer Schwerpunkt der Handwerksbetriebe auf den Export von Gütern oder die Erbringung handwerklicher Werk- oder Dienstleistungen im Ausland ist nicht erkennbar. 43,7 Prozent der exportierenden Betriebe geben an, überwiegend Güter auszuführen, 48,9 Prozent überwiegend Werk- oder Dienstleistungen zu erbringen.

- Die Mehrzahl der im Ausland aktiven Handwerksbetriebe berichtet von gestiegenen (40,6 Prozent) oder gleichbleibend guten (29,5 Prozent) Umsätzen im Ausland seit dem Jahr 2010. Nur 16,2 Prozent der exportierenden Betriebe im Handwerk geben an, dass sich ihre Auslandsumsätze in diesem Zeitraum rückläufig entwickelt haben.

- Als Haupthindernis bei der Geschäftstätigkeit im Ausland sehen die Betriebe des Handwerks den bürokratischen Aufwand der beim Ausführen von Gütern oder durch national unterschiedliche Regelungen und Vorschriften für die Erbringung von Werk- oder Dienstleistungen entsteht an. 41,2 Prozent der Betriebe geben dies an.

- Der Anteil der nicht exportierenden Handwerksbetriebe, die sich bereits dazu entschieden haben, ins Ausland zu expandieren, liegt bei 1,0 Prozent. Jedoch können sich weitere 6,2 Prozent eine Expansion unter den passenden Rahmenbedingungen vorstellen. Insgesamt sehen etwa 14 Prozent aller Befragten Exportpotenziale für ihre Betriebe, nutzen diese aber erst teilweise für Auslandsgeschäfte.

Die Antworten der Handwerksbetriebe wurden in einem Online-Umfragemodul erfasst. Dabei wurden die Betriebe in unterschiedlicher Form kontaktiert (postalisch, per E-Mail, telefonisch und per Newsletter) und konnten die Form der Rückantwort (postalisch, per Fax oder direkt im Online-Umfragemodul) wählen. Insgesamt haben sich 6.736 Betriebe an der Umfrage beteiteiligt.

Bericht ZDH-Sonderumfrage Exportaktivitäten.pdf

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News vom 22.02.16

Europapolitik zum Anfassen

Azubis und Studenten besuchen Europaparlament

Traditionsgemäß reiste Handwerk International auch in diesem Jahr wieder im Dezember mit 50 Azubis und Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (Fachrichtung Handwerk) nach Straßburg. Ziel des Besuchs im Europäischen Parlament war es, den jungen Menschen europäische Politik nahe zu bringen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich über aktuelle Angelegenheiten der Europäischen Union zu informieren. Ein Gespräch mit dem Europaabgeordneten Rainer Wieland (CDU) aus Gerlingen gab ausreichend Gelegenheit dazu. Rainer Wieland ist seit 1997 Mitglied des Europäischen Parlaments und gehört, als gewählter Vizepräsident, dem Präsidium der Institution an. Im Gespräch mit den jungen Teilnehmern betonte Wieland die Bedeutung des Erlernens von Fremdsprachen und warb für mehr Mobilität in Europa, ehrenamtliches Engagement und für mehr politische Mitwirkung. Der am selben Tag vom Europäischen Parlament an den saudi-arabischen Blogger Raif Badawi verliehene Sacharow-Preis für geistige Freiheit war ebenfalls ein Thema, das auf großes Interesse in der Gruppe stieß.

Zum dhz-Artikel: "Trauen Sie sich was zu, mischen Sie sich ein"

Mehr Infos zu Rainer Wieland MdEP
Zum Europäischen Parlament

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News vom 15.02.16

Saudi-Arabien

Handwerk International begleitet Betriebe auf das Janadriyah-Festival nach Riad

Saudi-Arabien ist nach wie vor ein interessanter Absatzmarkt für deutsche Unternehmen. Der seit Jahren anhaltende Bauboom im Land und eine im Luxussegment große Nachfrage nach hochwertig ausgeführten Arbeiten bieten deutschen Handwerksunternehmen aus der Bau- und Ausbaubranche interessante Geschäftschancen. Qualität „Made in Germany“ steht im Königreich hoch im Kurs.

Dieses Geschäftspotenzial im Blick, ergriffen Anfang Februar sechs baden-württembergische Unternehmen die Chance, sich im Deutschland-Pavillon des Janadriyah-Festivals in Riad auf dem Baden-Württemberg Stand zu präsentieren. Das Janadriyah-Festival ist die wichtigste Leistungs- und Kulturschau des Landes und steht unter der Schirmherrschaft von König Abdullah. 2016 ist Deutschland Gastland des Festivals und präsentiert im Deutschland-Pavillon unter dem Titel „Innovation hat Tradition“ zukunftsweisende Ideen und die traditionelle Lebensart in Deutschland. An der Ausstellung beteiligen sich zahlreiche große Unternehmen wie Volkswagen, Siemens, Airbus, Herrenknecht oder SAP und auch das Land Baden-Württemberg. Das Thema des baden-württembergischen Beitrags zum deutschen Pavillon lautet "Innovative Handwerksdienstleistungen und Ingenieurprojekte". Sechs Firmen aus dem Bundesland, darunter fünf Handwerksbetriebe, präsentieren in diesem Rahmen ihre Dienstleistungen und Produkte einem breiten Publikum in Riad.

Besonders an den ersten Veranstaltungstagen waren hochrangige Vertreter der saudischen und deutschen Politik zu Gast. Das Festival wurde vom saudischen König selbst eröffnet. Zusammen mit Außenminister Frank Walter Steinmeier wurde der deutsche Pavillon besucht. Baden-Württemberg pflegt seit vielen Jahren enge Beziehungen zu Saudi-Arabien und ist regelmäßig mit Delegationen aus Politik und Wirtschaft vor Ort zu Gast. So stellt die Teilnahme der baden-württembergischen Unternehmen am Festival laut Wolfgang Rosskopf, dem Geschäftsführer der Firma Alfred Kiess GmbH, einen „weiteren Baustein einer konsequenten Marktbearbeitungsstrategie in Saudi-Arabien“ dar. Ebenso wie die fünf weiteren baden-württembergischen Aussteller des Gemeinschaftsstandes war auch Wolfgang Rosskopf schon mehrmals Teilnehmer solcher Unternehmerreisen nach Saudi-Arabien und hat bereits mehrere luxuriöse Innenausbau-Projekte vor Ort ausgeführt. „Um in Saudi-Arabien erfolgreich zu sein ist es sehr wichtig, kontinuierliche Präsenz vor Ort zu zeigen. Unsere saudischen Geschäftspartner schätzen unser langfristiges Engagement und die wiederholten Besuche vor Ort. Wer keine Geduld hat, Geschäftsbeziehungen über einen längeren Zeitraum aufzubauen, der ist hier im falschen Land. Für uns hat sich aber schon mehrmals gezeigt, dass sich das „Dranbleiben“ lohnt.“ berichtet auch Johannes Perrot. Seine Firma, die Perrot GmbH&Co.KG, ist spezialisiert auf die Konzeption, Produktion, Installation und Instandhaltung von Turmuhren in allen gewünschten Größen. Sein „Meisterstück“, die Mekkaclock, steht in Saudi-Arabien. Er sieht großes Geschäftspotenzial im Königreich.

Ihre Ansprechpartnerin bei Handwerk International Baden-Württemberg:

Gabriele Hanisch

Tel.: 0711/1657/241

gh@handwerk-international.de









Fotos: Handwerk International Baden-Württemberg

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News vom 08.02.16

bw-construction besucht die Swissbau

Die Gesellschafter von bw-construction besuchten vor Kurzem die Swissbau in Basel. Hintergrund ist die stark zugenommene Bedeutung des Schweizer Baumarktes für deutsche Unternehmen. Die Stärke des Franken und die generell höchsten Qualitätserwartungen der Schweizer bieten künftige Geschäftschancen. Die Swissbau ist eine der größten Baumessen in Europa und präsentiert alle zwei Jahre Innovationen und Inspirationen für Bauprojekte und Bauvisionen. Mit über 1.100 Aussteller bietet die Messe alles, was im oder am Bau notwendig ist. Ein umfassendes Kongressprogramm rundet die Ausstellung ab. Premieren feierten die Raumwelten, Trendwelten Bad und Küche sowie der Treffpunkt Handwerk.

Höchste handwerkliche Präzision konnten die stolzen Schweizer bei der Vorstellung des Gotthard-Basistunnels loben. Vor der Zeit fertiggestellt und im Kostenplan geblieben, dies erfüllen nur wenige Großprojekte in Europa. Und so war sich Johannes Schmid von der Metall Art auch sicher, dass die Swissbau im Bereich der Treppenkonstruktionen einen guten Überblick über den Markt und Wettbewerb zeigt, sich die „deutsche Handwerksqualität dahinter aber nicht verstecken muss“. Auch dem Ehepaar Kölper von Kölper Design Ettlingen war klar: „Der Schweizer Markt ist für unser Unternehmen spannend. Auch die Schweizer könnten unsere Spanndecken brauchen“. Die Unternehmerdelegation besuchte zum Abschluss das höchste Gebäude der Schweiz, den vor Kurzem eingeweihten Roche-Turm mit 178 m Bauhöhe. Futuristisch wird dieser Turm das neue Wahrzeichen Basels. Mit Baukosten von rd. 550 Mio. Franken haben Architekten, Ingenieure und Bauhandwerker beste Qualität geleistet. Auch baden-württembergische Bauhandwerker waren in das Projekt eingebunden. Auf 41 Stockwerken wird Roche rund 2.000 Beschäftigte konzentrieren. Innovative Raumkonzepte und die Bürowelt der Zukunft sind dort zu besichtigen. „Fehlt neben den Kommunikationszonen und den stylischen Kaffeeküchen eigentlich nur noch ein Pool zur Entspannung von uns“ so Martin Heuberger von der Firma Pool4Art, Vaihingen.

Die Gesellschafter von bw-construction freuen sich über Zuwachs im Netzwerk, interessierte Unternehmen wenden sich an

Jürgen Schäfer

Geschäftsführer bw-construction GbR

Heilbronner Straße 43

70191 Stuttgart

 0711 1657-280

 0711 1657-827

 js@bw-construction.de

Foto: swissbau

Weitere Informationen

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News vom 03.02.16

Markterkundungsreise

Baden-württembergische Handwerker informieren sich über Denkmalpflege in Europa

Österreich ist bekannt für seine zahlreichen Schlösser, Burgen und weitere Baudenkmäler. Geschäftsmöglichkeiten im Bereich Denkmalpflege und Restaurierung sind vor Ort folglich reichlich vorhanden, und auch deutsche Handwerker sind auf Grund ihrer guten Qualifikation gefragt. Doch wer den österreichischen Denkmalpflegemarkt bearbeiten möchte, der steht zunächst vor der Herausforderung, sich einen Überblick zu verschaffen über die verschiedenen Auftraggeber und Restaurierungsprojekte im Land.

Die alle zwei Jahre stattfindende Fachmesse Monumento Salzburg bietet eine gute Plattform, um erste Informationen zur Marktstruktur zu erhalten und in den Austausch mit vor Ort aktiven Unternehmen zu treten. Vor allem die auf der Messe anwesenden Denkmalämter aus Österreich und den Nachbarländern sind eine beliebte Anlaufstelle, um sich zu aktuellen Bauprojekten und dem Markt für Denkmalpflegeleistungen in den jeweiligen Ländern zu informieren.

Ende Januar bot Handwerk International Baden-Württemberg erstmals eine Markterkundungsmaßnahme für Unternehmen aus der Denkmalpflege und Restaurierung an und begleitete eine achtköpfige Gruppe zur Monumento. Der Messebesuch, die Gespräche mit verschiedenen Denkmalämtern und der Besuch eines Seminars zum Thema „Energieeffizientes Restaurieren in Europa“ boten den Teilnehmern umfassend Gelegenheit, sich zu informieren und Geschäftskontakte aufzubauen bzw. zu vertiefen. Ein Highlight des Besuchs war die Besichtigung der Kollegienkirche in Salzburg. In Begleitung der Salzburger Landeskonservatorin Eva Hody und den an der Restaurierung beteiligten Restauratoren erfuhr die Gruppe, welche Arbeiten über einen Zeitraum von über 10 Jahren durchgeführt wurden, um einer der schönsten Barockkirchen Österreichs wieder zu ihrem alten Glanz zu verhelfen. Hoch hinaus ging es dabei zur Besichtigung des restaurierten bauzeitlichen Dachstuhls. Mit Taschenlampen ausgerüstet galt es, eine dunkle Treppe zu erklimmen, um in die Gewölbe der Kirche zu gelangen, die der Öffentlichkeit für gewöhnlich nicht zugänglich sind.



Fotos: Handwerk International Baden-Württemberg

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News vom 21.01.16

TTIP-Beirat der Landesregierung

Zweite Sitzung des TTIP-Beirats der Landesregierung: Öffentliche Daseinsvorsorge darf nicht untergraben werden

Die zweite Sitzung des TTIP-Beirates der Landesregierung Baden-Württemberg fand am 11.01.2016 in Karlsruhe in öffentlicher Sitzung statt. Schwerpunkt der Sitzung, in der auch EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström teilnahm, war die öffentliche Daseinsvorsorge.

Minister Peter Friedrich betonte, dass diese durch das geplante Freihandelsabkommen TTIP nicht untergraben werden dürfe. Ziel des TTIP-Beirats ist unter anderem, in öffentlicher Debatte zu mehr Transparenz und Sachlichkeit, um das geplante Freihandelsabkommen zu kommen. Als besonderer Gast und Expertin konnte EU-Handelskommissarin Malmström begrüßt werden, die die Verhandlungsführerin für die Europäische Union ist und somit unsere Anliegen und Kritikpunkte sehr ernst mit nach Brüssel nehmen wird. An der öffentlichen Sitzung nahmen über 80 Zuhörerinnen und Zuhörer teil.

In der zweiten Sitzung ging es im Wesentlichen um die öffentliche Daseinsvorsorge, Soziale Dienste, Gesundheitsversorgung oder Bildung dürfen durch das geplante Freihandelsabkommen TTIP nicht untergraben werden, die Kommunen sollen nach wie vor die Aufgaben der Daseinsvorsorge nach eigenen Vorstellungen organisieren.

Neben diesem Hauptthema wurden wiederkehrende Argumente zu den Bereichen Datenschutz, Paralleljustiz, fehlende Transparenz, Kultur und die Belange der kleinen und mittleren Unternehmen zum Teil sehr kontrovers diskutiert.

Der TTIP-Beirat der Landesregierung besteht aus Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie zahlreichen weiteren Interessenvertretern. Der Vorsitz liegt bei Minister Friedrich, Stellvertreter sind der Minister für den ländlichen Raum Bonde sowie der Staatsekretär im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Peter Hofelich. Das baden-württembergische Handwerk wird durch Geschäftsführer Jürgen Schäfer von Handwerk International Baden-Württemberg vertreten.

Ihr Ansprechpartner zu TTIP:

Jürgen Schäfer
Tel.: 0711/1657-280
js@handwerk-international.de




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