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Wissenswert

News vom 01.03.16

Stuttgarter Außenwirtschaftstag

Unternehmen informieren sich über Export, Innovation und TTIP

Die Informationsveranstaltung zeigte rund 75 Unternehmen auf, wie sie nachhaltig am globaler werdenden Markt bestehen können.

Im ersten Teil wurden primär die beiden neuen Projekte von Handwerk International vorgestellt, die die Exportfähigkeit und Innovationskraft der Unternehmen fördern sollen. In seiner Begrüßung wies Oskar Vogel, Geschäftsführer des BWHT, darauf hin, dass das Handwerk in einer neuen „Strategie Handwerk 2025“ ganz genau und im engen Kontakt mit den Firmen die Punkte herausfinden will, die für einen erfolgreichen Weg in die Zukunft sorgen können. Das Thema Internationalisierung werde dabei federführend von Handwerk International bearbeitet.

Staatssekretär Peter Hofelich, MdL, hob hervor, wie sehr das Land auf innovative Unternehmen angewiesen sei, die die Wirtschaft in Baden-Württemberg zu einem beträchtlichen Teil ankurbeln. Durch die finanzielle Unterstützung der Projekte „Handwerk – international erfolgreich“ und „Handwerk – international innovativ“ leiste das Land einen guten Beitrag, damit mehr Unternehmen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich Export und Innovation erweitern. So können sie ihr Potential entdecken und mit der Unterstützung durch Handwerk International voll ausschöpfen.

Johannes Perrot, dessen Firma Turmuhren und Läuteanlagen herstellt, beschrieb anschaulich, wie in einem Traditionsunternehmen der Wandel zu innovativen Produkten und die Orientierung auf neue internationale Märkte gelingen kann. Er forderte die Unternehmen auf, mutig zu sein und sich trotz mancher schwieriger Situationen nicht von ihrer Strategie abbringen zu lassen. Dazu können auch politische Änderungen in den Märkten und Sprachbarrieren gehören. Wesentlicher Faktor für gelungenes Engagement auf ausländischen Märkten sei auch die Fähigkeit, im Netzwerk zu arbeiten. Dies hat dann auch den Vorteil, dass man nicht alles selbst machen muss. Als Tipp gab er den interessierten Unternehmen mit, Geduld zu haben und großen Wert auf persönliche Kontakte und ein vertrauensvolles und wertschätzendes Miteinander zu legen.

Norbert Höptner, Europabeauftragter des Landes und Leiter des Steinbeis-Europa-Zentrums, zeichnete die enge Verzahnung von Innovation und Internationalisierung auf. Er bot den Unternehmen an, sich in einer persönlichen Beratung durch sein Team in Kooperation mit Handwerk International mit diesen Themen zu beschäftigen, um neue und konkrete Wege zur Steigerung der Export- und Innovationsfähigkeit einschlagen zu können.

Jürgen Schäfer,    Geschäftsführer von Handwerk International Baden-Württemberg, fasste die Angebote der Exportinitiative zusammen: regionalen Außenwirtschaftstage in ganz Baden-Württemberg,  Qualifizierungs-programm und Exportcheck. Er leitete damit direkt zum nächsten Programmpunkt über, der den Unternehmen Gelegenheit bot, sich an verschiedenen Thementischen fachlich zu informieren und in Gespräch zu kommen.

Anschließend folgte die Roadshow „Handwerk und TTIP“. In seiner Begrüßung sprach der Landeshandwerks-präsident Rainer Reichhold davon, dass das Handwerk mit der Meisterausbildung eine ausgezeichnete Basis für erfolgreiche Geschäfte biete und die Handwerksorganisationen alles tun, um diese Ausbildungsstruktur europaweit und wenn nötig auch weltweit zu verteidigen. Ein Besuch in Brüssel im letzten Jahr habe geholfen, für das deutsche duale Bildungssystem zu werben und über die Meisterausbildung zu informieren. „Zur Not“, so Reichhold angesichts der TTIP-Verhandlungen, „fahre er auch nach Washington“, um dort für den Meisterbrief einzutreten.

Rainer Wieland, MdEP, rieft in Sachen TTIP zur „Unaufgeregtheit“ auf. Der deutsche Meistertitel sei nicht Gegenstand der TTIP-Verhandlungen. Die Verhandlungen seien ein ganz normaler politischer Prozess, bei dem beide Verhandlungspartner auch unterschiedliche Interessen hätten, die es auszuloten gelte. Die EU von internationalen Abkommen auszuschließen, sei ein Fehler. Gleichzeitig warb er für mehr Vertrauen in die Politik und forderte die Unternehmen auf, sich einzumischen. „Laden Sie die neugewählten Gemeinderäte in ihr Unternehmen ein“, damit können sich die Politiker ein besseres Bild von der Situation der Unternehmen und deren Sorgen und Wünschen machen.

Jürgen Schäfer gab einen Überblick über die Felder, die TTIP überhaupt betreffen und fasste die Ergebnisse aus 2 Umfragen hierzu zusammen. Mittlerweile sind die Unternehmen zwar besser informiert, die Haltung zum Abkommen ist allerdings nach wie vor überwiegend negativ. Im Handwerk sind vor allem die betroffen, die exportorientiert sind und für die in den USA ein wichtiger Absatzmarkt liegt. Schließlich räumte er mit einigen Mythen auf, die sich rund um TTIP gebildet haben, z.B. das Chlorhühnchen, die Berufsqualifikation oder die Arbeitssicherheit.

Martin Pfuderer machte deutlich, dass es für seinen Maschinenbaubetrieb deutliche Vorteile haben würde, wenn nach den TTIP-Verhandlungen die Zertifizierungen, die er für den europäischen Markt benötigt, auch in den USA gelten würden. „Ohne Unterstützung durch den amerikanischen Kunden und einen enge Draht zu den Behörden vor Ort wäre es heute kaum zu schaffen, eine Zertifizierung in den USA zu erhalten“. In einem Fall unterstütze ein Ingenieur aus den USA die Ludwigsburger Firma über mehrere Wochen, damit die Maschine den Anforderungen in den USA entsprach.

In der anschließenden Diskussion ging es auch um die Frage, ob man den USA vertrauen kann. Rainer Wieland gab zu bedenken, dass vor dem Hintergrund des Dieselskandals nun klar geworden sei, dass die amerikanischen Standards nicht immer niedriger seien als in Deutschland. Er erinnerte auch an die Anfänge der Europäischen Union, als man noch versuchte, Produkte aus dem Ausland, die nicht den Vorstellungen entsprachen, nicht zuzulassen. Hier urteilte der Europäische Gerichtshof eindeutig, dass Produkte die in einem Land zugelassen sind, in jedem anderen europäischen Land verkauft werden können.

Ihr Anspechpartner zum Thema TTIP bei Handwerk International:

Jürgen Schäfer
js@handwerk-international.de
Tel.: 0711/1657-280

Ihre Ansprechpartner zu den Initiativen "Handwerk - international erfolgreich" und "Handwerk - international innovativ":

Michael Rössler - Aline Kümmerle - Anette Groschupp
info@handwerk-international.de
Tel.: 0711/1657-444

Fotos: KD Busch

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Telefon:0711/1657-444
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