Sprache: de | en

Wissenswert

News vom 14.07.16

Brexit: Das sagen die Handwerker

Für baden-württembergische Handwerker ist in Großbritannien vor allem der Markt für hochwertige Innenausbauten interessant. Nach dem Brexit-Votum droht dieser Markt zu verschwinden. Handwerk International Baden-Württemberg hat mit vier Betrieben über ihre Meinung zum Brexit und ihre Erwartungen an die Zukunft gesprochen.

Wolfgang Rosskopf, Geschäftsführer bei Kiess Innenausbau in Stuttgart:
„Mittelfristig rechnen wir mit Hürden bei Auslandsaufträgen auf die Insel: Zölle, Arbeitserlaubnisse, die Beschäftigung von Handwerkern vor Ort. Sicher wird in Zukunft auch weniger Geld in den für uns wichtigen britischen Immobilienmarkt fließen. Erste Anzeichen haben wir bereits konkret bemerkt. Von unseren Beziehungen in anderen Nicht-EU-Statten wissen wir aber: Wo ein Wille ist, findet sich auch ein Weg. So haben wir schon viele Projekte erfolgreich durchgeführt. Ein anderer Punkt ist die Psychologie: Die Briten gehören ab jetzt einfach nicht mehr dazu. Wenn man kann, geht man möglichen "Problemen" vorsorglich aus dem Weg. Gleichzeitig gehen uns die guten Verbindungen der Engländer zum Commonwealth verloren.“

Benedikt Olbricht, Schreinermeister bei der Egger Schreinerwerkstätte in Isny im Allgäu:
„Wir hatten bislang einen Auftrag im Bereich Innenausbau in London. Wir hoffen allerdings, dass sich daraus noch weitere Aufträge ergeben werden. Glücklicherweise haben wir unsere Tätigkeit in Großbritannien vor der Abstimmung zum Brexit abgewickelt. Da das Pfund zuletzt stark gefallen ist, könnten unsere Leistungen in Zukunft  unattraktiver für die Engländer werden. In der aktuellen Situation ist es auch ungewiss, ob wir nochmals etwas in London machen würden. Dabei ist der britische Markt sehr groß und qualitativ interessant – der Bedarf wäre absolut vorhanden.“

Wendelin Becherer, Mitinhaber der Becherer Möbelwerkstätten-Innenausbau GmbH in Elzach:
„Wir kennen unsere Kunden in Großbritannien seit vielen Jahren und die laufenden Bestellungen sind noch vor der Abstimmung eingegangen, deshalb merken wir bislang noch nichts vom Brexit - die Entscheidung ist noch zu frisch. Aber natürlich werden wir genau beobachten, wie sich zum Beispiel der Immobilienbereich verändert und, ob der Markt nachgibt. Die Engländer werden sich auch fragen: machen wir überhaupt noch Geschäfte mit Deutschland?
Mein Motto lautet dabei: keep calm – ruhig bleiben! Ich habe mir vorgenommen, bis zum Ende der Sommerferien abzuwarten. Dann schaue ich, wie sich die Situation für kleine und mittelständische Unternehmen in Großbritannien entwickelt hat. Wir haben zum Beispiel auch einen schottischen Kunden, der denkt pro-europäisch. Mit einem echten Brexit-Befürworter habe ich bislang jedenfalls noch nicht gesprochen. Aber wir können leider auch nicht sagen: der Brexit ist uns egal, das betrifft uns nicht.“

Aileen Mayer, Auftragszentrum der MEZ GmbH in Reutlingen:
„Wir sind ein Unternehmen in der Blechverarbeitung und haben zuletzt eine große Maschinenverkleidung für einen schweizerischen Kunden nach England geliefert und dort montiert. Allerdings haben wir eher selten Aufträge in Großbritannien. Sollten die Briten tatsächlich aus der EU ausscheiden, habe ich die Sorge, dass Lieferungen auf die Insel komplizierter werden könnten. Sie würden aber sicherlich auch nicht schwieriger als Lieferungen in andere Nicht-EU-Länder – und das ist auch machbar.“

Foto: Fotolia - Delphotostock

nach oben

zurück zur Startseite

Ihre Ansprechpartner

Ihr direkter Kontakt zum Beraterteam von Handwerk International:
Telefon:0711/1657-444
oder per E-Mail:
info@handwerk-international.de

Referenzen

Lesen Sie Erfahrungsberichte! Referenzen

Newsletter

Informieren Sie sich über die neuesten Entwicklungen im Auslandsgeschäft! Newsletterabo