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Wissenswert

News vom 25.07.17

Brexit: Was können wir erwarten?

Das Vereinigte Königreich hat im März, nach mehr als 40 Jahren Mitgliedschaft, seinen Asutritt aus der Europäischen Union (EU) erklärt. Damit startete ein auf zwei Jahre angesetztes Brexit-Verfahren. Der ehemalige EU-Kommissar Michel Barnier hat das Mandat, die Bedingungen des Austritts mit der EU zu verhandeln.

Der Austrittsprozess - Phase 1:
Zuerst sollen Themen der Rechtssicherheit geregelt werden: Arbeits-, Aufenthalts- und Sozialrecht für 3,2 Millionen EU-Bürger und Unternehmen im Vereinigten Königreich. Außerdem werden die finanziellen Verpflichtungen besprochen, die durch eine EU-Mitgliedschaft mit den Partner eingegangen wurden. Inoffiziell ist die Rede von mehr als 60 Milliarden Euro.

Der Austrittsprozess – Phase 2:
Erst im zweiten Schritt wird die EU über die zukünftigen Beziehungen zu den Briten verhandeln. Das Vereinigte Königreich möchte den maximalen Zugang zum Binnenmarkt erhalten, aber gleichzeitig die Personenfreizügigkeit einschränken. Ein solches „Cherry-Picking“ seitens Großbritanniens will die EU verhindern. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings, dass harte Verhandlungen bevorstehen.
Das Ziel ist, einen Vertrag über einen geordneten Ausstieg und über die Eckpunkte künftiger Beziehungen zwischen der EU und den Briten bis Ende März 2019 auszuhandeln.

Mögliche Szenarien: Was können wir erwarten?


1. Teilnahme am Europäischen Wirtschaftsraum (bisher abgelehnt)

Der Europäische Wirtschaftsraum (EWR) ist eine vertiefte Freihandelszone zwischen der Europäischen Union und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und umfasst mit Island, Liechtenstein und Norwegen insgesamt 31 Staaten. Das bedeutet:

  • Harmonisierung und gegenseitige Anerkennung von Normen und Standards. Gerade im Handwerk ist dies ein sehr wichtiger Punkt für die Wettbewerbsfähigkeit
  • Kofinanzierung der Institutionen
  • Zollfreiheit für Ursprungswaren


2. Zollunion (bisher abgelehnt)

Eine Zollunion besteht aus einer Freihandelszone (keine Binnenzölle und Handelsbeschränkungen) sowie einer gemeinsame Außenzollgrenze der Mitgliedstaaten gegenüber Drittländern. Das bedeutet:

  • Gemeinsamer Zolltarif gegenüber Drittländern
  • Kein Zoll für Freiverkehrsware
  • Zollabfertigung bzw. Zollanmeldung nötig


3. Freihandelsabkommen (sehr wahrscheinlich)

Ein Freihandelsabkommen regelt den freien Handel zwischen mehreren Staaten, wie zuletzt beim Abkommen CETA, das die EU mit Kanada geschlossen hat. Das bedeutet:

  • Zollfreiheit für Ursprungswaren
  • Verzicht auf weitere Handelshemmnisse
  • Möglichkeit für weitergehende Integration
  • Autonome Außenhandelspolitik gegenüber Drittländern


4. WTO-Status (harter Brexit)

Das Vereinigte Königreich erhält den Status eines  Drittlandes, ähnlich wie die USA oder Russland.

Ansprechpartnerin:


Aline Theurer
Außenwirtschaftsberaterin
Tel.: 0711-1657-252
at@handwerk-international.de


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